Was sind unsere Klimamassnahmen?

Handlungsfelder der Klimamaßnahmen in Ravensburg

Radwege Foto: Stadt Ravensburg / Felix Käslte

Die Klima-Maßnahmen verfolgen das Ziel einer erheblichen CO2-Reduktion in den Bereichen Mobilität und Verkehr, Gebäude und Energie. Außerdem sind konkrete Ausgleichsmaßnahmen und die verstärkte Bewusstseinsbildung bei den Bürgerinnen und Bürgern für nachhaltigeres Leben und Wirtschaften in der Stadt Ravensburg geplant.

Handlungsfelder

Mobilität

Der Verkehrssektor ist in Baden-Württemberg die dominierende Quelle für Treibhausgasemissionen. Mit den Maßnahmen im Handlungsfeld Mobilität nimmt Ravensburg die Mobilitätswende in den Blick und wird mutig vorangehen.

Optimierung der Parkraumbewirtschaftung

Die Bewirtschaftung von zusätzlichen Pkw-Parkplätzen wird eingeführt und die Überwachung wird ausgebaut. Die daraus gewonnenen Geldmittel fließen in Maßnahmen zur Verbesserung der Angebotsqualität des Umweltverbundes (ÖPNV, Rad- und Fußverkehr).


Aktueller Stand der Maßnahme: Ein Konzept zur Ausweitung der Bewirtschaftung von Pkw-Parkplätzen und Erhöhung der Gebühren (auch für das Bewohnerparken) wurde in der ersten Sitzung des Klimarats (ab Minute 10:50) diskutiert und am 25. April im Gemeinderat beschlossen.

Überarbeitung der Stellplatzsatzung

Die Stellplatzsatzung (= Vorgaben zum Bau von Stellplätzen bei Neubau-Maßnahmen) wird neu ausgerichtet: Ziel ist es, den motorisierten Individualverkehr weniger hoch zu priorisieren. Es werden beispielsweise weniger Pkw-Stellplätze gebaut. Gleichzeitig steigt das Angebot von Fahrrad- und Lastenradstellplätzen.


Aktueller Stand der Maßnahme: Im Mai 2021 wurde die überarbeitete Stellplatzsatzung vom Gemeinderat beschlossen. Nach der neuen Stellplatzsatzung müssen in vielen Stadtteilen deutliche weniger Stellplätze gebaut werden, wenn Wohnungen entstehen, als bisher. Außerdem müssen je nach Größe der Wohnungen bis zu vier Fahrradabstellplätze angeboten werden.

Verkehrsberuhigung inklusive Begegnungszone

Überall, wo rechtlich möglich, werden verkehrsberuhigte Bereiche („Spielstraßen“) ausgewiesen. Außerdem wird angestrebt, Begegnungszonen („shared spaces“) einzurichten, wenn dies rechtlich möglich ist (z.B. als Testprojekt mit Sondererlaubnis). Die Stadt Ravensburg bewirbt sich mit diesem Ansatz als Modellkommune für mutigen Klimaschutz im Verkehr beim Land Baden-Württemberg.


Aktueller Stand der Maßnahme: Die Stadt Ravensburg wurde als eine von 15 Modellkommunen des Landes ausgewählt. Im Oktober 2021 hat der Gemeinderat  beschlossen, die ausgearbeitete Vision für den Bereich vom Marienplatz zum Bahnhof mit einer Begegnungszone in der Karlstraße weiterzuverfolgen. Derzeit werden genauere Planungen dazu ausgearbeitet. Mehr Informationen gibt es hier.

VEP-Paket

Das VEP-Paket beinhaltet Maßnahmen, die auch im Prozess der Erstellung des Verkehrsentwicklungsplanes (VEP) diskutiert wurden und im aktuellen Arbeitsstand des zugehörigen Maßnahmenplans empfohlen werden. Doppelarbeit sollte auf diese Weise vermieden werden. Der noch nicht fertiggestellte VEP wird im Sommer 2021 im Gemeinderat Ravensburg und der Verbandsversammlung des Gemeindeverbands Mittleres Schussental behandelt. Die folgenden Maßnahmen im aktuellen VEP-Maßnahmenplan werden auch von der Kommission ausdrücklich empfohlen:


  • Einführung eines Expressbusses zwischen Baindt und Ravensburg
  • Verbesserung der Angebotsqualität im ÖPNV
  • Einführung eines CO2-neutralen Shuttles zwischen Ravensburg Bahnhof und Marienplatz
  • Einführung eines flexiblen „On-Demand“-Services
  • Übergreifende Maßnahmen zum ÖPNV
  • Erarbeitung und Umsetzung des Radverkehrskonzeptes bis 2030
  • Verbesserung der Angebotsqualität des Fußverkehrs
  • Übergreifende Maßnahmen zu Rad- und Fußverkehr
  • Betriebliches Mobilitätsmanagement (BMM)
  • Mobilitätsstationen

Aktueller Stand der Maßnahmen: Für die Verbesserung der Angebotsqualität im ÖPNV wird derzeit im Rahmen der modellhaften Erstellung des Klimamobilitätsplans ein ÖPNV-Konzept erstellt. Das Radverkehrskonzept wurde im Oktober 2021 fertiggestellt und von der Verbandsversammlung beschlossen. Ein On-Demand Service soll als Pilot im Dezember 2022 an den Start gehen.

Gebäude

Die Themen Energie, Wärme und nachhaltige Stadtentwicklung spielen bei den Maßnahmen im Handlungsfeld Gebäude eine entscheidende Rolle.

Solaroffensive

Die Stadt fördert Photovoltaik (PV)-Genossenschaften, indem sie städtische Dachflächen kostenlos zur Verfügung stellt. Dieses Angebot wird aktiv beworben. Ziel ist es, auf allen geeigneten städtischen Gebäuden PV-Anlagen zu installieren (Umsetzung durch die Technischen Werke Schussental (TWS) oder Genossenschaften). In dem bereits bestehenden Projekt „TWS Energiedach“ mieten die TWS Dächer für den Ausbau von PV-Anlagen an.


Aktueller Stand der Maßnahme: Im Rahmen der Photovoltaik-Strategie wurde das Potenzial alle städtischen Dachflächen der 380 Liegenschaften analysiert. Erste Projekte in der Prioritätsstufe 1 sind bereits einer Machbarkeitsprüfung unterzogen worden und stehen nun zur Umsetzung an: Im Sommer 2022 sollen Photovoltaikanlagen auf der großen Sporthalle bei den Gymnasien installiert werden. Damit können jährlich knapp 35 Tonnen CO2 eingespart werden.

Klarer Vorrang der Innenentwicklung

Die Konversion von Innenflächen hat gegenüber der Erschließung von neuem Bauland Priorität. Dies bedeutet vor allem die Umwandlung von bereits bebauten Flächen: Alte, unsanierte Gebäude sollen durch wesentlich energieeffizientere mit mehr Wohnfläche ersetzt werden. Weitere Kriterien der nachhaltigen Stadtentwicklung, wie beispielsweise der Erhalt von Grünflächen, werden beachtet.


Aktueller Stand der Maßnahme: Bekanntes Beispiel für die Konversion von Innenflächen ist das Rinker-Areal in der östlichen Vorstadt. Hier entstehen auf einer ehemalig gewerblich genutzten Fläche 330 innenstadtnahe Wohnungen. Ein Freiflächenentwicklungskonzept ist derzeit in Erarbeitung.

Vorgaben für städtische Gebäude

Alle städtischen Gebäude werden nach dem Vorarlberger KGA-Modell (Kommunalgebäudeausweis) bewertet, entweder bei Sanierungen oder bei Neubau. Bei Sanierung von städtischen Gebäuden wird der Energieverbrauch um mindestens 90% gesenkt bzw. es wird eine festgelegte KGA-Mindestpunktzahl erreicht. Es werden verpflichtende Vorgaben für die Verwendung nachhaltiger Baumaterialien ausgearbeitet und festgelegt. Außerdem wird bei Investitionsentscheidungen der gesamte Lebenszyklus der Gebäude betrachtet. Damit entsteht ein hilfreiches Werkzeug für den Gemeinderat Investitionen so zu steuern, dass z.T. mit geringem Mehraufwand bei Planung und Bau im Lebenszyklus Energie eingespart werden kann.


Aktueller Stand der Maßnahme: Der Landkreis Ravensburg hat zusammen mit Akteuren aus Vorarlberg den Leitfaden Nachhaltiges Bauen entwickelt. Mit Beschluss des Gemeinderats im Juli 2021 wird dieser auch in Ravensburg für ausgewählte städtische Bauprojekte angewendet.

Konsequenter Ausbau der Wärmenetze, verbunden mit einer konsequent regenerativen Wärmeerzeugung

Die Stadt erstellt eine Potenzialanalyse für den weiteren Ausbau von Wärmenetzen (mittelfristig mit regenerativer Wärmebereitstellung). Für Gebiete mit geringer Wärmedichte werden alternative Wärmestrategien aufgezeigt. In Gebieten mit geplanten Wärmenetzen sowie in Neubaugebieten findet außerdem kein weiterer Ausbau des Gasnetzes statt. Ein städtischer Fördertopf für Hausanschlüsse an das Fernwärmenetz wird erarbeitet und zur Verfügung gestellt.


Aktueller Stand der Maßnahme: Das Wärmenetz in Ravensburg wird derzeit von der TWS in der Innenstadt gebaut. In den nächsten Jahren sollen Schritt für Schritt alle öffentlichen Gebäude entlang einer Hauptader von den Gymnasien über das Rauenegg durch die Herrenstraße und über den Marienplatz bis zum Hallenbad mit mehreren Heizwerken verbunden werden. Die TWS hat die Ausbaupläne in der zweiten Sitzung des Klimarats vorgestellt. Parallel zum Ausbau wird ein Wärmeplan für die gesamte Stadt erstellt.

Kompensation

Im Handlungsfeld Kompensation geht es um den Ausgleich von getätigten CO2-Emissionen durch die Investition in Klimaschutzprojekte. Der Klimakommission war es wichtig, dass es sich dabei um das „letzte Mittel“ handelt, sofern Emissionen nicht vermieden oder reduziert werden können.

Naturbasierte CO2-Bindung auf dem eigenen Stadtgebiet

Die Stadt überprüft die Potenziale von naturbasierter CO2-Bindung (z.B. Aufforstung, Begrünung von städt. Liegenschaften, Humusaufbau) auf dem eigenen Stadtgebiet, legt diese dem Gemeinderat vor und ermöglicht im Falle eines Beschlusses die Umsetzung.

Ergänzung der Vor-Ort-Kompensation um nationale und internationale Projekte mit höchsten ökologischen und sozialen Standards

Kompensationsmaßnahmen vor Ort werden durch nationale und internationale Projekte mit höchsten ökologischen und sozialen Standards ergänzt bis die Kompensationsziele (z.B. Stadtverwaltung klimaneutral) erreicht sind.

Kommunaler Klimafonds

Die Stadt richtet einen kommunalen Klimafonds ein über den Privatpersonen, Unternehmen und die Stadtverwaltung CO2-Emissionen kompensieren können (durch Einzahlung, keine Geldanlage). Aus den Mitteln des Fonds werden lokale Klimaschutzmaßnahmen finanziert. Diese Maßnahmen müssen Aktivitäten sein, die ohne den Klimafonds nicht aus dem Haushalt finanziert werden würden (d.h. keine Aufgaben übernehmen, die eigentlich durch die Stadt selbst zu leisten sind). Um letzteres sicherzustellen, muss eine kompetente und unabhängige Kontrolle des Fonds etabliert werden.

Bewusstseinsbildung

Das Handlungsfeld Bewusstseinsbildung macht deutlich, dass für das Ziel der Klimaneutralität alle gefragt sind. Nur gemeinsam mit Bürgerinnen und Bürgern sowie den lokalen Unternehmen kann Ravensburg CO2-neutral werden. Die Maßnahmen und Projektvorschläge sollen Lust auf Klimaschutz machen und Möglichkeiten zur Beteiligung anbieten.

Bildungs- und Beratungsangebote im Klimaschutz

Die Stadt Ravensburg engagiert sich in den Bereichen „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ und bei der Beratung von Bürgerinnen und Bürgern zu Klimaschutzthemen. Sie unterstützt hierfür Akteure im Bildungsbereich finanziell oder setzt in Eigenregie Bildungs- und Beratungsangebote für unterschiedliche Zielgruppen um.


Aktueller Stand der Maßnahme: Bereits zum zweiten Mal findet derzeit in der Volkshochschule Ravensburg der Kurs "klimafit" vom 21. März bis 30. Mai 2022 statt. Auch im Frühjahr 2023 soll er wieder angeboten werden.
Von 8. April bis 2. Oktober 2022 zeigt das Museum Humpis-Quartier die Sonderausstellung Klimawandel in Ravensburg. Die Sonderausstellung zur Kulturgeschichte des Klimas spannt den Bogen von einer im 14. Jahrhundert einsetzenden langanhaltenden Klimaverschlechterung hin zum sogenannten Anthropozän, dem Zeitalter ab dem nachweislichen Beginn der menschengemachten Erderwärmung. Im Fokus der Ausstellung stehen die sozialen, kulturellen und ökonomischen Folgen von Klimaschwankungen und Wetterereignissen in Ravensburg und Umgebung. In die kulturgeschichtliche Ausstellung integriert ist die interaktive Mitmach-Ausstellung "Umwelt, Klima & DU", konzipiert vom Jungen Museum Frankfurt, die nun erstmals außerhalb Frankfurts gezeigt wird. Ergänzt wird die Sonderausstellung mit einem spannenden Begleitprogramm mit Führungen, Podiumsdiskussion und Vorträgen.

Entwicklung und strategische Führung einer Klimaschutzmarke

Die Stadt Ravensburg entwickelt eine Klimaschutz-Marke mit hohem Wiedererkennungswert und Identifikationsfaktor. Unter dem neuen Markendach werden alle Kommunikationsaktivitäten im Klimaschutz gebündelt, koordiniert und über vielfältige Kanäle verbreitet. Ziel ist es, die Bürgerinnen und Bürger in Zukunft besser über die Klimaschutzaktivitäten in Ravensburg zu informieren und zum eigenen Handeln zu aktivieren.


Aktueller Stand der Maßnahme: Die Klimaschutz-Marke "CO2-neutrales Ravensburg –Wir gestalten Klimazukunft" wurde entwickelt. Auf der Homepage der Stadt Ravensburg wurde das Thema "Umwelt & Klima" prominent platziert und viele zusätzliche Informationen aufgenommen. Ab Mitte April 2022 wird eine Kampagne sowohl den Klimakonsens und einzelne Maßnahmen als auch die Marke "CO2-neutrales Ravensburg" in der Stadt bekannter machen. Begleitet wird die Kampagne auch über die Kanäle der Stadt in den sozialen Netzwerken Instagram und Facebook. Interessante Informationen erhält man auch regelmäßig über den neuen Newsletter "Klimazukunft".

Die Stadt unterstützt die Umsetzung von Bürgerprojekten

Die Stadt Ravensburg unterstützt und fördert bürgerschaftliches Engagement im Klimaschutz: Sie unterstützt konkrete Klimaschutzprojekte, die von Bürgerinnen und Bürgern initiiert werden (mit eigenen Mittel und/oder mit Hilfe lokaler Sponsoren).

Die Stadt Ravensburg richtet regelmäßig Projektschmieden aus

Zur weiteren Förderung von bürgerschaftlichem Engagement im Klimaschutz richtet die Stadt Ravensburg regelmäßig Projektschmieden aus: Hier werden Antragstellende bei der Konkretisierung ihrer Klimaschutzprojekte unterstützt. Zusätzlich wird ein Wettbewerb für eine spätere finanzielle Umsetzungsunterstützung ausgerichtet.

Projektvorschläge der Klimakommission

Selbstverpflichtungen der Stadt Ravensburg

Der Gemeinderat und die Stadtverwaltung haben neben den beteiligten Akteuren ebenfalls Selbstverpflichtungen verfasst.

Selbstverpflichtung Gemeinderat

Die Stadt Ravensburg

  • erkennt die dringende Notwendigkeit des Handelns zur Begrenzung der Klimakrise an und beschließt den vorliegenden Klimakonsens.
  • richtet einen Klimarat ein. Dieser stellt die Zielerreichung im Klimaschutz und die Fortführung der Arbeit der Klimakommission sicher.
  • bewertet fortan Beschlussvorlagen hinsichtlich ihrer zu erwartenden Klimawirkung. Ein Bewertungsinstrument hierfür ist durch die Verwaltung zu erarbeiten.
  • arbeitet in klimapolitischen Fragen eng mit den Nachbarkommunen, dem Landkreis und der Region Bodensee Oberschwaben zusammen.

Selbstverpflichtung Stadtverwaltung

Die Stadtverwaltung Ravensburg

  • setzt sich zum Ziel, zur klimaneutralen Verwaltung zu werden und erarbeitet hierfür ein Konzept inkl. Minderungspfad
  • passt ihre Beschaffungsrichtlinien im Sinne des Klimaschutzes an.
  • nutzt die Möglichkeit des Vergaberechts zugunsten des Klimaschutzes
  • erweitert ihre Kompetenzen, indem anhand von Fortbildungen vorhandenes Personal geschult wird und – wo notwendig und möglich – durch geeignete Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aufgestockt wird.
  • unterstützt die Bürgerschaft durch Maßnahmen für die Bewusstseinsbildung und durch neue Angebote, inkl. Online-Angeboten.
  • widmet sich neben dem Klimaschutz auch der Klimaanpassung.
Wir gestalten Klimazukunft! Foto: Stadt Ravensburg/Felix Kästle

Informationsmaterial zum Download

Suche

Kontakt

Umweltamt
Abteilung: Klimaschutz und Nachhaltigkeit
Telefon: 0751 82-332
Telefax: 0751 82-60332

Technisches Rathaus

Salamanderweg 22

88212 Ravensburg

 

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