Was sind unsere Klimamassnahmen?

Handlungsfelder der Klimamaßnahmen in Ravensburg

Radwege Foto: Stadt Ravensburg / Felix Käslte

Die Klima-Maßnahmen verfolgen das Ziel einer erheblichen CO2-Reduktion in den Bereichen Mobilität und Verkehr, Gebäude und Energie. Außerdem sind konkrete Ausgleichsmaßnahmen und die verstärkte Bewusstseinsbildung bei den Bürgerinnen und Bürgern für nachhaltigeres Leben und Wirtschaften in der Stadt Ravensburg geplant.

Handlungsfelder

Mobilität

Der Verkehrssektor ist in Baden-Württemberg die dominierende Quelle für  Treibhausgasemissionen. Mit den Maßnahmen im Handlungsfeld Mobilität nimmt Ravensburg die Mobilitätswende in den Blick und wird mutig vorangehen.

Optimierung der Parkraumbewirtschaftung

Die Bewirtschaftung von zusätzlichen Pkw-Parkplätzen wird eingeführt und die Überwachung wird ausgebaut. Die daraus gewonnenen Geldmittel fließen in Maßnahmen zur Verbesserung der Angebotsqualität des Umweltverbundes (ÖPNV, Rad- und Fußverkehr).

Überarbeitung der Stellplatzsatzung

Die Stellplatzsatzung (= Vorgaben zum Bau von Stellplätzen bei Neubau-Maßnahmen) wird neu ausgerichtet: Ziel ist es, den motorisierten Individualverkehr weniger hoch zu priorisieren. Es werden beispielsweise weniger Pkw-Stellplätze gebaut. Gleichzeitig steigt das Angebot von Fahrrad- und Lastenradstellplätzen.

Verkehrsberuhigung inklusive Begegnungszone

Überall, wo rechtlich möglich, werden verkehrsberuhigte Bereiche („Spielstraßen“) ausgewiesen. Außerdem wird angestrebt, Begegnungszonen („shared spaces“) einzurichten, wenn dies rechtlich möglich ist (z.B. als Testprojekt mit Sondererlaubnis). Die Stadt Ravensburg bewirbt sich mit diesem Ansatz als Modellkommune für mutigen Klimaschutz im Verkehr beim Land Baden-Württemberg.

VEP-Paket

Das VEP-Paket beinhaltet Maßnahmen, die auch im Prozess der Erstellung des Verkehrsentwicklungsplanes (VEP) diskutiert wurden und im aktuellen Arbeitsstand des zugehörigen Maßnahmenplans empfohlen werden. Doppelarbeit sollte auf diese Weise vermieden werden. Der noch nicht fertiggestellte VEP wird im Sommer 2021 im Gemeinderat Ravensburg und der Verbandsversammlung des Gemeindeverbands Mittleres Schussental behandelt. Die folgenden Maßnahmen im aktuellen VEP-Maßnahmenplan werden auch von der Kommission ausdrücklich empfohlen:


  • Einführung eines Expressbusses zwischen Baindt und Ravensburg
  • Verbesserung der Angebotsqualität im ÖPNV
  • Einführung eines CO2 -neutralen Shuttles zwischen Ravensburg Bahnhof und Marienplatz
  • Einführung eines flexiblen „On-Demand“-Services
  • Übergreifende Maßnahmen zum ÖPNV
  • Erarbeitung und Umsetzung des Radverkehrskonzeptes bis 2030
  • Verbesserung der Angebotsqualität des Fußverkehrs
  • Übergreifende Maßnahmen zu Rad- und Fußverkehr
  • Betriebliches Mobilitätsmanagement (BMM)
  • Mobilitätsstationen

Gebäude

Die Themen Energie, Wärme und nachhaltige Stadtentwicklung spielen bei den Maßnahmen im Handlungsfeld Gebäude eine entscheidende Rolle.

Solaroffensive

Die Stadt fördert Photovoltaik (PV)-Genossenschaften, indem sie städtische Dachflächen kostenlos zur Verfügung stellt. Dieses Angebot wird aktiv beworben. Ziel ist es, auf allen geeigneten städtischen Gebäuden PV-Anlagen zu installieren (Umsetzung durch die Technischen Werke Schussental (TWS) oder Genossenschaften). In dem bereits bestehenden Projekt „TWS Energiedach“ mieten die TWS Dächer für den Ausbau von PV-Anlagen an.

Klarer Vorrang der Innenentwicklung

Die Konversion von Innenflächen hat gegenüber der Erschließung von neuem Bauland Priorität. Dies bedeutet vor allem die Umwandlung von bereits bebauten Flächen: Alte, unsanierte Gebäude sollen durch wesentlich energieeffizientere mit mehr Wohnfläche ersetzt werden. Weitere Kriterien der nachhaltigen Stadtentwicklung, wie beispielsweise der Erhalt von Grünflächen, werden beachtet.

Vorgaben für städtische Gebäude

Alle städtischen Gebäude werden nach dem Vorarlberger KGA-Modell (Kommunalgebäudeausweis) bewertet, entweder bei Sanierungen oder bei Neubau. Bei Sanierung von städtischen Gebäuden wird der Energieverbrauch um mindestens 90% gesenkt bzw. es wird eine festgelegte KGA-Mindestpunktzahl erreicht. Es werden verpflichtende Vorgaben für die Verwendung nachhaltiger Baumaterialien ausgearbeitet und festgelegt. Außerdem wird bei Investitionsentscheidungen der gesamte Lebenszyklus der Gebäude betrachtet. Damit entsteht ein hilfreiches Werkzeug für den Gemeinderat Investitionen so zu steuern, dass z.T. mit geringem Mehraufwand bei Planung und Bau im Lebenszyklus Energie eingespart werden kann.

Konsequenter Ausbau der Wärmenetze, verbunden mit einer konsequent regenerativen Wärmeerzeugung

Die Stadt erstellt eine Potenzialanalyse für den weiteren Ausbau von Wärmenetzen (mittelfristig mit regenerativer Wärmebereitstellung). Für Gebiete mit geringer Wärmedichte werden alternative Wärmestrategien aufgezeigt. In Gebieten mit geplanten Wärmenetzen sowie in Neubaugebieten findet außerdem kein weiterer Ausbau des Gasnetzes statt. Ein städtischer Fördertopf für Hausanschlüsse an das Nahwärmenetz wird erarbeitet und zur Verfügung gestellt.

Kompensation

Im Handlungsfeld Kompensation geht es um den Ausgleich von getätigten CO2 - Emissionen durch die Investition in Klimaschutzprojekte. Der Klimakommission war es wichtig, dass es sich dabei um das „letzte Mittel“ handelt, sofern Emissionen nicht vermieden oder reduziert werden können.

Naturbasierte CO2 -Bindung auf dem eigenen Stadtgebiet

Die Stadt überprüft die Potenziale von naturbasierter CO2 -Bindung (z.B. Aufforstung, Begrünung von städt. Liegenschaften, Humusaufbau) auf dem eigenen Stadtgebiet, legt diese dem Gemeinderat vor und ermöglicht im Falle eines Beschlusses die Umsetzung.

Ergänzung der Vor-Ort-Kompensation um nationale und internationale Projekte mit höchsten ökologischen und sozialen Standards

Kompensationsmaßnahmen vor Ort werden durch nationale und internationale Projekte mit höchsten ökologischen und sozialen Standards ergänzt bis die Kompensationsziele (z.B. Stadtverwaltung klimaneutral) erreicht sind.

Kommunaler Klimafonds

Die Stadt richtet einen kommunalen Klimafonds ein über den Privatpersonen, Unternehmen und die Stadtverwaltung CO2 - Emissionen kompensieren können (durch Einzahlung, keine Geldanlage). Aus den Mitteln des Fonds werden lokale Klimaschutzmaßnahmen finanziert. Diese Maßnahmen müssen Aktivitäten sein, die ohne den Klimafonds nicht aus dem Haushalt finanziert werden würden (d.h. keine Aufgaben übernehmen, die eigentlich durch die Stadt selbst zu leisten sind). Um letzteres sicherzustellen, muss eine kompetente und unabhängige Kontrolle des Fonds etabliert werden.

Bewusstseinsbildung

Das Handlungsfeld Bewusstseinsbildung macht deutlich, dass für das Ziel der Klimaneutralität alle gefragt sind. Nur gemeinsam mit Bürgerinnen und Bürgern sowie den lokalen Unternehmen kann Ravensburg CO2-neutral werden. Die Maßnahmen und Projektvorschläge sollen Lust auf Klimaschutz machen und Möglichkeiten zur Beteiligung anbieten.

Bildungs- und Beratungsangebote im Klimaschutz

Die Stadt Ravensburg engagiert sich in den Bereichen „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ und bei der Beratung von Bürgerinnen und Bürgern zu Klimaschutzthemen. Sie unterstützt hierfür Akteure im Bildungsbereich finanziell oder setzt in Eigenregie Bildungs- und Beratungsangebote für unterschiedliche Zielgruppen um.

Entwicklung und strategische Führung einer Klimaschutzmarke

Die Stadt Ravensburg entwickelt eine Klimaschutz-Marke mit hohem Wiedererkennungswert und Identifikationsfaktor. Unter dem neuen Markendach werden alle Kommunikationsaktivitäten im Klimaschutz gebündelt, koordiniert und über vielfältige Kanäle verbreitet. Ziel ist es, die Bürgerinnen und Bürger in Zukunft besser über die Klimaschutzaktivitäten in Ravensburg zu informieren und zum eigenen Handeln zu aktivieren.

Die Stadt unterstützt die Umsetzung von Bürgerprojekten

Die Stadt Ravensburg unterstützt und fördert bürgerschaftliches Engagement im Klimaschutz: Sie unterstützt konkrete Klimaschutzprojekte, die von Bürgerinnen und Bürgern initiiert werden (mit eigenen Mittel und/oder mit Hilfe lokaler Sponsoren).

Die Stadt Ravensburg richtet regelmäßig Projektschmieden aus

Zur weiteren Förderung von bürgerschaftlichem Engagement im Klimaschutz richtet die Stadt Ravensburg regelmäßig Projektschmieden aus: Hier werden Antragstellende bei der Konkretisierung ihrer Klimaschutzprojekte unterstützt. Zusätzlich wird ein Wettbewerb für eine spätere finanzielle Umsetzungsunterstützung ausgerichtet.

Projektvorschläge der Klimakommission

  • Photovoltaik-Kampagne 
  • Grün-Patenschaften 
  • Temporäre Aktionen im öffentlichen Raum 
  • Vortragsreihe in der VHS (Erwachsenenbildung) 
  • Bürgerprojekte mit Schwerpunkt Suffizienz 
  • Veranstaltungen des Einzelhandels zum Thema Nachhaltigkeit 
  • Autofreie Innenstadt für einen Tag

Selbstverpflichtungen der Stadt Ravensburg

Der Gemeinderat und die Stadtverwaltung haben neben den beteiligten Akteuren ebenfalls Selbstverpflichtungen verfasst.

Selbstverpflichtung Gemeinderat

Die Stadt Ravensburg

  • erkennt die dringende Notwendigkeit des Handelns zur Begrenzung der Klimakrise an und beschließt den vorliegenden Klimakonsens.
  • richtet einen Klimarat ein. Dieser stellt die Zielerreichung im Klimaschutz und die Fortführung der Arbeit der Klimakommission sicher.
  • bewertet fortan Beschlussvorlagen hinsichtlich ihrer zu erwartenden Klimawirkung. Ein Bewertungsinstrument hierfür ist durch die Verwaltung zu erarbeiten.
  • arbeitet in klimapolitischen Fragen eng mit den Nachbarkommunen, dem Landkreis und der Region Bodensee Oberschwaben zusammen.

Selbstverpflichtung Stadtverwaltung

Die Stadtverwaltung Ravensburg

  • setzt sich zum Ziel, zur klimaneutralen Verwaltung zu werden und erarbeitet hierfür ein Konzept inkl. Minderungspfad
  • passt ihre Beschaffungsrichtlinien im Sinne des Klimaschutzes an.
  • nutzt die Möglichkeit des Vergaberechts zugunsten des Klimaschutzes
  • erweitert ihre Kompetenzen, indem anhand von Fortbildungen vorhandenes Personal geschult wird und – wo notwendig und möglich – durch geeignete Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aufgestockt wird.
  • unterstützt die Bürgerschaft durch Maßnahmen für die Bewusstseinsbildung und durch neue Angebote, inkl. Online-Angeboten.
  • widmet sich neben dem Klimaschutz auch der Klimaanpassung
Wir gestalten Klimazukunft! Foto: Stadt Ravensburg/Felix Kästle

Informationsmaterial zum Download

Suche

Kontakt

Umweltamt
Abteilung: Klimaschutz und Nachhaltigkeit
Telefon: 0751 82-332
Telefax: 0751 82-60332

Technisches Rathaus

Salamanderweg 22

88212 Ravensburg

 

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