
Hier berichtet das Team der Bücherei Ravensburg regelmäßig über Bücher, Digitales,
Medien, Veranstaltungen und vieles mehr. Immer dienstags und freitags gibt es hier neue Posts.
Diese Woche erleben wir zum zweiten Mal in diesem Jahr den Freitag, den 13.
Für viele
Menschen ein ganz normaler Tag, für viele andere Menschen ein Tag der
Gänsehaut. Unzählige Dinge können an diesem "Unglückstag" passieren.
Dieser Glaube wird im Volksmund oft auch als "Aberglaube" bezeichnet.
Laut
Brockhaus bezieht sich Aberglaube in den meistens Fällen auf religiöse und
magische Praktiken, die in der jeweiligen Zeitepoche als falsch oder irrational
deklariert wurden. Auch wenn diese Zeiten (der Aberglaube hatte rund um das
Mittelalter seine Hochphase) vorbei sind, blieb das Phänomen Aberglaube bis
heute in den Köpfen der Menschen. Hexen, schwarze Katzen, zerbrochene Spiegel –
all das bekommt durch die Angst vor einem Unglück eine neue Bedeutung. Das kann
sowohl positiv als auch negativ wirken.
Ganz
eindeutig negativ: immer wieder liest und hört man, dass schwarze Katzen
weniger ein neues Zuhause finden als Artgenossen mit einer anderen Fellfarbe.
Aus eigener Erfahrung kann ich das gar nicht verstehen: Meine schwarze Katze
ist nicht nur süß, sondern auch die perfekte Gesellschaft für abendliche
Schmökermomente auf dem Sofa 😊
Auch literarisch finden die kleinen schwarzen "Hauspanther" ein
großer Publikum: Die Katze mit dem Namen Frau Merkel aus der Saukatz-Reihe von Kaspar Panizza trägt
nicht nur zur Lösung von Verbrechen bei, sondern bringt auch eine Portion Witz
in die Geschichte.
Ein
weiterer positiver Aspekt: ohne Aberglaube und Hollywood gäbe es einige gute
Filme nicht. Mit "Hocus Pocus" (schwarze Katze und Hexen) oder "Freitag der 13." (mysteriöse Morde, altes Unglück, was will man mehr? ) hat die Angst vor
Unglück uns einige aufregende Stunden vor den Bildschirmen beschert.
In
unseren heutigen Gesellschaft finde ich es zunehmend schwer, einen
"klaren" Kopf zwischen Fake News, Aberglaube und Social Media zu
behalten. Umso besser, dass es die Stadtbücherei gibt. Als Zufluchtsort kann
man sich nicht nur eine kleine Pause von den Trubel gönnen, sondern sich auch
ganz einfach selbst ein Bild machen. Von den vielen Romanen und Filmen
abgesehen, gibt es in unseren Regalen viel Wissenswertes rund um Aberglauben. In Absolut abergläubisch: 77 Aberglaubenaus alle Welt von Willow Winsham geht man auf internationale Schnitzeljagd und bekommt anhand von skurrilen
Geschichten einen neuen Blickwinkel.
Doch man muss nicht zwingend in die weite
Welt hinaus, denn es reicht ein Blick in den heimischen Garten: Aberglaube
macht vor Pflanzen keinen Halt und so erfährt man in Heilsam bis tödlich von Jan Grossarth von Pflanzen, deren Gift – je nach Dosis – über Leben
und Tod entscheiden.
Sollte
es Ihnen diese Woche zu "abergläubisch" werden, kommen Sie bei uns
vorbei, aber bitte nur mit geschlossenem Regenschirm 😉
10.3.2026 I Mareike I Aberglauben
Heute rede ich mal über ein Buch das ich NICHT gelesen habe. Alchemised von SenLiuYen. Im Sturm hat diese "Gothic-Dark-Romance" die Bestsellerlisten, Buchläden und Reviewseiten gestürmt. Alle scheinen sie dieses Buch zu feiern: "Ein Meisterwerk", "Das beste Buch des Jahres", "Phänomenal", heißt es da. Also dachte ich, da muss ich auch mal reinlesen.
Und dann kam der Punkt an dem ich gesagt habe: Nicht für mich. Ich bin durchaus willig einen gewissen Anteil an sexueller Gewalt in Medien zu ertragen. "Game of Thrones" zum Beispiel, oder die Gruppenvergewaltigung in Der Mongole , was Alchemised liefert, war mir dann aber doch zu viel.

Ich
bevorzuge meine Dark Romance wohl in der Kuschelvariante, denn was Alchemised
liefert, habe ich nicht erwartet. Da geht es direkt auf den ersten hundert
Seiten los, dass Protagonistin Helena (die zu dem Zeitpunkt noch
bewegungsunfähig ist) gefoltert wird. Okay, ist für das Genre jetzt noch nicht
so ungewöhnlich, aber die Art und Weise, wie es beschrieben wird und wie Helena
sich dabei verhält, ist unglaublich deprimierend.
Ich bin
es ein wenig gewohnt, dass Dark Romance mit einer taffen Protagonistin kommt, die
genauso gut austeilen, wie einstecken kann. Helena dagegen ist unglaublich
passiv und hat praktisch keine Stimme - wortwörtlich. Erst nach mehreren
Kapiteln redet sie das erste Mal, davor bekommen wir nur ihre inneren Gedanken
zu hören. Helenas In-sich-gekehrt-sein, mag in der Situation völlig realistisch
sein, macht aber (so kaltherzig das klingt) keine gute Unterhaltung.
Nachdem Kaine Helena mehrmals vergewaltigt hat, wird sie schwanger. Die Schwangerschaft, im Rahmen eines "Repopulationsprogramms", schlaucht Helena so sehr, dass sie nach der Geburt des Kindes zum Ende des Buch hin stirbt. Übrigens ist Kaine auch noch mit einer anderen Frau verheiratet, als Kirsche auf dem toxischen Sahnehäubchen.
Es gibt
genug Dark Romance, bei der die Protagonistin den Bad-Guy-Stalker-Boyfriend heiß
findet und stalking ihr kink (sexuelle Vorliebe) ist (Lights Out). Oder z. B.
King of Battle and Blood . Ich zitiere mich mal selber: "Er [Adrian] mag
der Blutkönig sein, aber in seiner Beziehung zu Isolde ist er charmant und
respektvoll. Das Buch kommt ohne toxische Beziehungsgewalt und Vergewaltigung
aus." Die
beiden haben jede Menge "Hate-Sex" aber halt immer einverständlich.
Bei
Alchemised ist so viel zusammengekommen, das ich nicht mag, dass selbst das
interessante, aber konfus beschriebene, Magiesystem es nicht mehr retten
konnte.
Man merkt, dass SenLiuYen auch nur ihre eigene Hermine/Draco Malfoy Fan
Fiction "Manacled" umgeschrieben hat und Magie und Worldbuilding
unfertig wirken.
Fazit:
Buch
nicht beendet. Das Buch hat seine Fans, das ist unbestreitbar, ich gehöre
definitiv nicht dazu. Meine Empfehlung für heute Der Strickclub der Vampire zur Aufheiterung.
6.3.2026 I Larissa I Medientipp
In den folgenden Kacheln finden Sie weitere Beiträge zum Lesen und Ausprobieren.