
Hier berichtet das Team der Bücherei Ravensburg regelmäßig über Bücher, Digitales,
Medien, Veranstaltungen und vieles mehr. Immer dienstags und freitags gibt es hier neue Posts.
Am
Dienstag haben wir uns ja schon mit den Themen Unglück und Aberglaube
beschäftigt. Zum heutigen "Unglückstag" fehlt also noch ein passender
Lesetipp (wir wollen ja schließlich gewappnet sein für das Wochenende 😉 )
Heute
nimmt uns Jonathan Lee in seinem Roman Der große Fehler mit nach
New York.
Auch als eBook in der Onleihe verfügbar.

Worum
geht's?
Die Welt
besteht aus Fehlern und Flickversuchen. Und manchmal aus seltsamen
Missverständnissen. Andrew Green ist tot. Erschossen am helllichten Tag, an
einem Freitag, den 13.
Spekulationen schießen ins Kraut. Verdankt New York dem einstigen Außenseiter doch unter anderem den Central Park und die New York Public Library.
Inspector McClusky nimmt die Ermittlungen auf. Was wussten die
übereifrige Haushälterin, der Präsidentschaftskandidat Tilden und die brillante
Bessie Davis, der halb New York zu Füßen liegt?
Fazit:
An
dieser Stelle ein wenig Hintergrundwissen: Andrew Haswell Green ist keine
fiktive Person. Die Stadt New York verdankt ihm u.a. die Public Library und den
Central Park. Mit diesem Wissen liest sich der Roman anders. Es geht um eine
Verwechslung, denn Green's gab es Anfang des 20 Jahrhunderts viele in den
Straßen von New York. Der daraus resultierte Mord, der in diesem Buch aus
verschiedenen Perspektiven beschrieben und verarbeitet wird, rückt den
"Father of Greater New York" in ein spektakuläres Licht.
Der Autor
schafft es mit seinem feinen, aber manchmal etwas zähen Schreibstil die Gefühle
und Gedanken der verschiedenen Charaktere mit einer guten Portion "New
York chic" zu versehen. Die mysteriösen Umstände des Todes von Green sind
das Sprungbrett in die Geschichte. Man taucht tief in die Geschichte eines
Mannes ein, der trotz seiner zurückhaltenden Art die Grundsteine einer
Weltmetropole geschaffen hat.
Das Buch
ist mehr ein gut recherchierter historischer Roman mit einer kleinen Prise
Krimi. Zwar ist es an manchen Stellen ein wenig holprig, aber das dämpft den
Lesespaß nicht.
13.3.2026
I Mareike I Medientipp
Diese Woche erleben wir zum zweiten Mal in diesem Jahr den Freitag, den 13.
Für viele
Menschen ein ganz normaler Tag, für viele andere Menschen ein Tag der
Gänsehaut. Unzählige Dinge können an diesem "Unglückstag" passieren.
Dieser Glaube wird im Volksmund oft auch als "Aberglaube" bezeichnet.
Laut
Brockhaus bezieht sich Aberglaube in den meistens Fällen auf religiöse und
magische Praktiken, die in der jeweiligen Zeitepoche als falsch oder irrational
deklariert wurden. Auch wenn diese Zeiten (der Aberglaube hatte rund um das
Mittelalter seine Hochphase) vorbei sind, blieb das Phänomen Aberglaube bis
heute in den Köpfen der Menschen. Hexen, schwarze Katzen, zerbrochene Spiegel –
all das bekommt durch die Angst vor einem Unglück eine neue Bedeutung. Das kann
sowohl positiv als auch negativ wirken.
Ganz
eindeutig negativ: immer wieder liest und hört man, dass schwarze Katzen
weniger ein neues Zuhause finden als Artgenossen mit einer anderen Fellfarbe.
Aus eigener Erfahrung kann ich das gar nicht verstehen: Meine schwarze Katze
ist nicht nur süß, sondern auch die perfekte Gesellschaft für abendliche
Schmökermomente auf dem Sofa 😊
Auch literarisch finden die kleinen schwarzen "Hauspanther" ein
großer Publikum: Die Katze mit dem Namen Frau Merkel aus der Saukatz-Reihe von Kaspar Panizza trägt
nicht nur zur Lösung von Verbrechen bei, sondern bringt auch eine Portion Witz
in die Geschichte.
Ein
weiterer positiver Aspekt: ohne Aberglaube und Hollywood gäbe es einige gute
Filme nicht. Mit "Hocus Pocus" (schwarze Katze und Hexen) oder "Freitag der 13." (mysteriöse Morde, altes Unglück, was will man mehr? ) hat die Angst vor
Unglück uns einige aufregende Stunden vor den Bildschirmen beschert.
In
unseren heutigen Gesellschaft finde ich es zunehmend schwer, einen
"klaren" Kopf zwischen Fake News, Aberglaube und Social Media zu
behalten. Umso besser, dass es die Stadtbücherei gibt. Als Zufluchtsort kann
man sich nicht nur eine kleine Pause von den Trubel gönnen, sondern sich auch
ganz einfach selbst ein Bild machen. Von den vielen Romanen und Filmen
abgesehen, gibt es in unseren Regalen viel Wissenswertes rund um Aberglauben. In Absolut abergläubisch: 77 Aberglaubenaus alle Welt von Willow Winsham geht man auf internationale Schnitzeljagd und bekommt anhand von skurrilen
Geschichten einen neuen Blickwinkel.
Doch man muss nicht zwingend in die weite
Welt hinaus, denn es reicht ein Blick in den heimischen Garten: Aberglaube
macht vor Pflanzen keinen Halt und so erfährt man in Heilsam bis tödlich von Jan Grossarth von Pflanzen, deren Gift – je nach Dosis – über Leben
und Tod entscheiden.
Sollte
es Ihnen diese Woche zu "abergläubisch" werden, kommen Sie bei uns
vorbei, aber bitte nur mit geschlossenem Regenschirm 😉
10.3.2026 I Mareike I Aberglauben
In den folgenden Kacheln finden Sie weitere Beiträge zum Lesen und Ausprobieren.