Vor mehr als 30 Jahren haben sich in Ravensburg Gemeinderat, Wirtschaft und Verwaltung auf den "Ravensburger Weg" verständigt – darauf, dass die Altstadt und die Innenstadt als lebendige Mitte der Stadt für Wohnen, Einkaufen, Kultur, für Dienstleistungen und Stadterlebnis weiterentwickelt werden.
Unterstützt wird dieses Ziel "Innenentwicklung vor Außenentwicklung" maßgeblich durch die Bereitstellung von Finanzhilfen in den Programmen der Städtebauförderung, getragen durch Finanzhilfen des Bundes und der Länder in Form von Bund-/Länderprogrammen sowie der Bereitstellung von Eigenmitteln der Stadt.
Durch die Bereitstellung von Sanierungsmitteln wurden und werden umfangreiche Investitionen der privaten und gewerblichen Bauherren angeregt. Die ökonomische Bedeutung der Programme - vor allem auch, um Investitionen anzuregen - ist sehr hoch.
Die Sanierung- und Sanierungsziele müssen sowohl in den
Städtebauförderungsprogrammen wie auch in der Laufzeit in den einzelnen
Sanierungsgebieten angepasst werden, sofern dies aufgrund der allgemeinen
städtebaulichen, gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und finanziellen
Entwicklungen und Entwicklungen in der Bevölkerungsstruktur sowie aufgrund des
allgemeinen Strukturwandels notwendig ist. Die Städtebauförderung unterliegt
einem ständigen Entwicklungs- und Veränderungsprozess.
Alle zukünftigen Bauprojekte müssen auf den im Gemeinderat
am 26.07.2020 beschlossenen Ravensburger Klimakonsens hin auf die Auswirkungen
für das Klima überprüft werden und mit entsprechenden Prioritäten versehen
werden.
Es wird deshalb auch in den Sanierungsgebieten zu Änderungen
in der Prioritäteneinstufung von Bauprojekten aus Klimaschutzgründen kommen.
Grundsätzlich entsprechen die folgenden schon vor Jahrzehnten vom Gemeinderat festgelegten Sanierungsziele für die Ravensburger Städtebauförderungsmaßnahmen im Wesentlichen dem Ravensburger Klimakonsens. In einigen Bereichen müssen die Sanierungsziele im Detail fortgeschrieben und angepasst werden. Das Grundsatzziel "Innenentwicklung vor Außenentwicklung" hat aber nach wie vor oberste Priorität in den einzelnen Sanierungsgebieten in Ravensburg.
In der Stadtsanierung hat sich die Stärkung der Innenstadt zu einer zentralen
Aufgabe der Städtebauförderung herauskristallisiert. Die Innenstadt ist
zentraler Ort des Handels, der Dienstleistung, der Bildung, des Wohnens und der
Arbeit sowie der Kultur. Die Innenstadt wird nachhaltig gestärkt durch die
Durchführung von öffentlichen, sowie die Unterstützung von privaten
Baumaßnahmen. Dies gilt es trotz sich laufend verändernder Rahmenbedingungen
auch weiterhin zu fördern.
Erst durch den Einsatz von Städtebauförderungsmitteln und erhöhten Steuerabschreibungsmöglichkeiten für Umbaukosten besteht häufig eine realistische wirtschaftliche Perspektive zu einer sinnvollen Nutzung und damit zur dauerhaften Erhaltung historischer Gebäude.
Durch die Stärkung der Innenstadt wurden und werden dort Arbeitsplätze gesichert und dauerhaft erhalten. Darüber hinaus bewirken die enormen baulichen Investitionen, die im Bestand geleistet werden, einen dauerhaften Beschäftigungseffekt für die Bauwirtschaft.
Die Innenstadt soll nicht nur als Ort des Handels und der Dienstleistung lebendig erhalten, sondern auch das Wohnen soll für alle Altersgruppen gestärkt werden. Wohnen in zentraler Lage, stärkt die örtliche Kaufkraft sowie die soziale Sicherheit und dämmt die neue Ausweisung von Wohnungsflächen am Stadtrand. Jungen und älteren Menschen mit eingeschränktem Bewegungsspielraum bietet sich der Lebensraum mit der notwendigen Infrastruktur, um weitgehend selbstbestimmt einer Vielzahl von Aktivitäten nachgehen zu können. Zur Stärkung des Wohnens in der Innenstadt gehört auch die Bereitstellung von Kindergartenplätzen und damit verbundenen Ausbau und die Weiterentwicklung der bestehenden Kindergartenstandorte. Hier wurden in den letzten Jahren zahlreiche Bauprojekte umgesetzt.
Die Innenentwicklung der Stadt leistet einen wertvollen Beitrag zur Eindämmung des Landverbrauchs. Jede Nutzung, die in einem bestehenden Gebäude in der Altstadt bzw. in der Innenstadt realisiert wird, erspart nicht nur Neuausweisungen und Neuversiegelungen von Bauland, sondern auch die Erschließungskosten, die für neue Baugebiete aufzubringen sind. Durch die fortdauernde Nutzung historischer Gebäude wird zudem die Neuproduktion von Baustoffen reduziert und ein Beitrag zur Energieeinsparung geliefert.
Die zentralen kulturellen Einrichtungen (zum Beispiel das Museum Humpis-Quartier, das Ravensburger Spielemuseum, das Kunstmuseum und das Wirtschaftsmuseum in der Oberstadt oder die Veitsburg mit der Jugendherberge) stärken die Bedeutung und die Identität der historischen Altstadt. Die Innenstadt hat sich zu einem Touristenmagnet entwickelt. Auch in diesem Bereich wurden und werden Städtebauförderungsmittel verwendet.
Ein erheblicher Teil der Stadtsanierung widmet sich der Gestaltung des öffentlichen Raumes und dessen Aufwertung. Dadurch werden und wurden wertvolle Stadtstrukturen, Plätze und Ortsbilder erhalten und weiterentwickelt. Zwischen den verschiedenen Nutzungen wie Wohnen, Tourismus, Gewerbe und Dienstleistungen bestehen unterschiedliche Ansprüche und Wünsche an die Steuerung der Verkehrsflüsse, an die öffentliche Parkierung sowie die Nutzung von öffentlichen Plätzen und Straßen sowie öffentlichen Grünflächen. Diese unterschiedlichen Ansprüche müssen bei jeder Umgestaltungsmaßnahme auf machbare Kompromisse geprüft und weiterentwickelt werden, immer unter der Berücksichtigung der finanziellen Möglichkeiten der Stadt. Der notwendige Ausbau des Nahwärmenetzes in der Innenstadt wird weitere Straßen- und Platzumgestaltungsmaßnahmen auslösen. Die Mobilitätskonzepte für den öffentlichen Raum müssen je nach Bedarf an zukünftige Erfordernisse angepasst und umgesetzt werden.
Im Innenstadtbereich wurden für eine Grundversorgung der Bewohner Stellplätze in einigen Quartiersgaragen geschaffen, wo dies aufgrund der baulichen Struktur machbar war. Weiterhin wurden im Laufe der Zeit mehrere öffentliche Parkhäuser erstellt, die an den Haupterschließungsachsen liegen.
Eine der Aufgaben in den laufenden Sanierungsmaßnahmen ist es, bestehende Fußgänger- / Radwegverbindungen in den Sanierungsgebieten aufzuwerten, auszubauen und neue Verbindungen herzustellen.
Mit der Entwicklung von Mobilitätskonzepten sowie dem Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs muss es in der Zukunft gelingen, den Individualverkehr zu reduzieren zur Verbesserung des Stadtklimas und der Luftreinhaltung.
Die Stadt Ravensburg hat derzeit vier Städtebauförderungsprogramme in sechs verschiedenen Sanierungsgebieten laufen, wobei zwei Maßnahmen gegenüber dem Land abgerechnet sind, die Sanierungssatzungen bei diesen zwei Maßnahmen werden in den Jahren 2026/27 aufgehoben.
2. Sanierungsmaßnahme "Östliche Vorstadt" im Städtebauförderungsprogramm "Lebendige Zentren" (LZP) (vorher im Städtebauförderungsprogramm aktive Stadt- und Ortsteilzentren (ASP))
3. Sanierungsmaßnahme "An der Schussen" im Städtebauförderungsprogramm "Wachstum und nachhaltige Erneuerung (WEP)
4. Sanierungsmaßnahme "Grüne Weststadt Ravensburg" im Städtebauförderungsprogramm"Lebendige Zentren" (LZP)
2. Sanierungsmaßnahme "Nordstadt" im Städtebauförderungsprogramm "Soziale Stadt"(SSP)
3. Sanierungsmaßnahme "Weissenau 2010" im Städtebauförderungsprogramm "Stadtumbau West" (SUW)
4. Sanierungsmaßnahme "Bahnstadt" im "Städtebaulichen Entwicklungsprogramm"(SEP)
5. Sanierungsmaßnahme "Die Veitsburg" im Städtebauförderungsprogramm "DenkmalschutzWest" (DSP)
Übersichtskarte laufende Sanierungsgebiete
Informationen zu den Sanierungsverfahren finden Sie in der
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