OSK in schwierigem Jahr gut behauptet

28.06.2019 | Fachkräftesuche ist das große Zukunftsthema

 

Die Oberschwabenklinik gGmbH hat sich in einem für die Krankenhäuser schwierigen Jahr 2018 gut behauptet. Zwar konnte sich auch die OSK dem bundesweiten Trend zu Leistungsrückgängen in einigen stationären Bereichen nicht entziehen. Doch ließen sich die Auswirkungen auf das Jahresergebnis dank strikter Kostendisziplin in Grenzen halten.

Das konsolidierte Jahresergebnis, in dem die betriebliche Tätigkeit der OSK und ihrer Tochtergesellschaften sowie die investitionsbezogenen Aufwände des Landkreises für die OSK-Häuser zusammenfließen, hat sich von - 4,926 Millionen Euro auf – 5,436 Millionen Euro verschlechtert. Trotz dieser negativen Entwicklung hat sich die OSK in ihrer Finanzkraft als stabil erwiesen.

Das konsolidierte Ergebnis wird von mehreren Faktoren bestimmt. Einer ist das Ergebnis der OSK aus dem Betrieb ihrer Einrichtungen einschließlich eines Teils der investitionsbezogenen Aufwände. Das Defizit stieg um gut eine halbe Million auf -1,143 Millionen Euro. Außerdem fließen in das konsolidierte Ergebnis die Aufwände für Immobilien und Geräte ein. Für den neuen zweiten Bauabschnitt des St. Elisabethen-Klinikums sind dies im Jahre 2018 gegenüber dem Vorjahr 1,2 Millionen Euro mehr an Abschreibungen gewesen.

Mit einem Umsatz von 213,1 Millionen Euro und 176 101 behandelten Patienten hat die OSK im Jahre 2018 neue Rekordwerte aufgestellt. Bei den Behandlungsfällen waren es geringfügig mehr (+143) als 2017 und knapp 5000 mehr als 2016. Zu beobachten ist eine Verschiebung vom stationären in den ambulanten Bereich, zum Beispiel in der Strahlentherapie. Die stationäre Fallzahl einschließlich der Geriatrischen Rehabilitation im Heilig-Geist-Spital in Ravensburg ging insgesamt um 849 auf 40 980 zurück. Ambulant gab es ein Plus von 1000 auf 135 122 Behandlungsfälle. Eingerechnet darin sind darin 22 602 Patienten der Medizinischen Versorgungszentren (MVZ) in Ravensburg, Wangen und Isny.

Ungebrochen blieb auch im Geschäftsjahr 2018 der Druck auf die Notaufnahmen. Mit 56 228 Notfällen verzeichneten die OSK-Notaufnahmen in Ravensburg, Wangen und Bad Waldsee einen neuen Höchststand. Immerhin aber war der Zuwachs mit 397 Patienten (0,7) Prozent) im Vergleich mit den Vorjahren gedämpft. Die unveränderte Dramatik wird im längerfristigen Vergleich deutlich. 2009 lag die Zahl der Notfallpatienten in der OSK letztmals unter 50 000. Seither ist sie um 17 Prozent gestiegen.

Die Notaufnahmen werden zunehmend zum wirtschaftlichen Problem. Die OSK verzeichnete in ihren drei Notaufnahmen im Jahre 2018 ein Defizit von zusammen 2,8 Millionen Euro. Vor allem die Vergütung der vielen Bagatellfälle deckt nicht annähernd den Aufwand. Ausgezeichnet hat sich aus Sicht der OSK die Zusammenarbeit mit den Notfallpraxen der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) in den Kliniken in Ravensburg und Wangen entwickelt. Auch für Bad Waldsee würde die OSK eine KV-Notfallpraxis begrüßen und dafür Raum sowie Struktur bereitstellen.

Die Umsetzung des neuen Notfallstufenkonzeptes sowie die Gewinnung von Fachkräften in der Pflege sind die großen Herausforderungen des Jahres 2019. Mit dem St. Elisabethen-Klinikum Ravensburg strebt die OSK die höchste Stufe der „Umfassenden Notfallversorgung“ an. Dr. Kerstin Kunz wurde zur Chefärztin der Notaufnahme berufen. Das Westallgäu-Klinikum in Wangen erfüllt die Voraussetzungen der Basis-Notfallversorgung. Leitender Arzt der Notaufnahme ist Dr. Timo Gentner. Auch in Bad Waldsee wird weiterhin Notfallversorgung stattfinden. Teil wird aber ein Verlegungskonzept für schwerere Fälle an die größeren Häusern sein.

Das größte Zukunftsthema ist die Gewinnung von Fachkräften. Im Fokus steht insbesondere die Pflege. Als sich die gesetzlichen Neuerungen im zweiten Halbjahr 2018 abzeichneten, hat die OSK bereits umgesteuert und eingestellt. Jahresdurchschnittlich waren 2018 bei der OSK 2625 Menschen beschäftigt, fast exakt so viele wie 2017. Der Personalabbau der letzten Jahre hat sich in den patientennahen Bereichen ins Gegenteil verkehrt. Erstmals waren in der OSK übrigens mehr Teilzeit- als Vollzeitkräfte tätig. 1314 Beschäftigte arbeiteten in Teilzeit, nur noch 1311 in Vollzeit.

Die OSK baut ihren Pflegedienst um insgesamt 59 Vollzeitstellen aus. Bei der üblichen Teilzeitquote bedeutet des neue berufliche Chancen für rund 100 Menschen. Eine viel beachtete Kampagne „Saustark. Unsere Pflege“ wurde aufgelegt, um die Fachkräfte auf einem fast leergefegten Arbeitsmarkt anzusprechen. Erste Erfolge haben sich eingestellt. 258 junge Menschen lernten im Jahre 2018 einen Gesundheitsberuf bei der OSK, davon allein fast 200 in der Pflege. "Investitionen, die sich auszahlen werden", heißt es in der Mitteilung der OSK. Die Verfügbarkeit von gut ausgebildetem Personal wird noch stärker zum Erfolgsfaktor.

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