Auf der Suche nach klaren, nicht beliebig austauschbaren Bezugspunkten, nach Motiven, die sich in ihrem inneren Bildarchiv, geprägt durch kunstgeschichtliche Studien wie lebhafte Reiseeindrücke, als klassisch erweisen, findet Kiebler: Rachel, Caspar F. – und vermittelt sich selbst.
Mit Rachel Ruysch, der niederländischen Stilllebenmalerin des 17. Jahrhunderts, fühlt sie sich seit ihren Münchner Studienjahren verbunden. Jetzt, Jahrzehnte später, nimmt sie deren Blumenmotive in all ihrer barocken Fülle und Opulenz auf und verortet sie in der Gegenwart. Bei Caspar F., dem vielgerühmten Künstler der Romantik, ist es die Stille und Weite seiner Landschaften, an die Kiebler anknüpft und ihre eigenen Bilder entwickelt, in fokussiertem Schwarz-Weiß ebenso wie in bewegten, romantische Bilddetails abstrahierenden Farbflächen.