Hintergrund: Das Kornhaus wird im Rahmen des Bundesprogramms
Nationale Projekte des Städtebaus grundlegend saniert. Die Stadt erhält vom
Bund dafür fast 8,5 Millionen Euro Zuschuss. Während der Bauphase ist der
zeitgleiche Betrieb der Stadtbücherei nicht möglich. Daher befindet sie sich
von nun an bis voraussichtlich 2027 im Interimsquartier, im Spital.
An zentraler Stelle in der Innenstadt können die
Besucherinnen und Besucher der Stadtbücherei weiterhin die Dienstleistungen
in Anspruch nehmen. Die Stadtbücherei nutzt die Situation auch als Chance,
das Bibliothekserlebnis für die Bürgerinnen und Bürger innovativ zu
gestalten.
Um Herzensangelegenheiten geht es im EG:
Kinder, Familienleben, Haus & Garten, Region & Reisen.
Die Halle ist durch einen
Metallgewebevorhang geteilt, um die Medien während der Schließzeiten zu
schützen. Die Regale aus dem Kornhaus wurden entlang der
Außenwände wiederverwendet, ergänzt durch freistehende Raumeinbauten.
Unter dem Begriff Hirn lässt sich
zusammenfassen, was im ersten Dachgeschoss passiert: Wissenskabinette
für Sachbücher, mehr Arbeitsplätze als im Kornhaus, eine
zusammengeführte Romanabteilung zur geistreichen bis fantasievollen
Unterhaltung und ein neu konzipierter Jugendbereich mit einer Gaming-Zone.
Der Umzug bedeutet auch einen Wandel für das
Bibliothekspersonal, das nun im New-Work-Modus, hybrid, d.h. vor
Ort an und im Homeoffice, arbeitet. Eine geschickte Umgestaltung ermöglicht auf
einer Ebene vierzehn Arbeitsplätze plus Werkstatt auf insgesamt 130
Quadratmetern sowie einen Besprechungsraum.
Die Zeit im Heilig-Geist-Spital ist für die
Stadtbücherei eine Experimentierphase, um neue Veranstaltungsformate zu
testen. Der Ort selbst ist ein Experimentierfeld, indem Synergieeffekte
im Austausch mit den Nachbarn vor Ort möglich sind. Erprobt wird ein
Experimentierkasten für neue Tools und Services. Als erster Schritt
in Richtung Open Library sind die Zeitschriften und Zeitungen
auch außerhalb der Öffnungszeiten der Stadtbücherei zugänglich.
Die
räumliche Struktur des historischen Spitals bleibt auch während der Nutzung als
Bücherei erhalten.










Nach dem
Jubiläumsjahr 2024, in dem die Stadtbücherei Ravensburg ihr 40-jähriges
Bestehen im Kornhaus feierte, beginnt nun die nächste spannende Etappe: Die
denkmalgeschützte Sanierung des Kornhauses.
Das historische Gebäude, erbaut
1451/52 und bis ins 20. Jahrhundert als Getreidespeicher genutzt, wird
umfangreich renoviert, um den heutigen Ansprüchen an Bildung, Digitalisierung
und Nachhaltigkeit gerecht zu werden.
Gerade unter
Denkmalaspekten gibt es einiges zu tun. Dazu zählen beispielsweise die
Erneuerung des teils historischen Putzes, die Wärmedämmung des Daches und die
Ertüchtigung des Brandschutzes. Ganz im Sinne des städtischen Ziels, bis 2030
die CO2 -Emissionen im Sektor Gebäude um 50 % zu reduzieren und gemäß
Klimakonsenses bis 2040 klimaneutral zu werden, soll auch ein saniertes und an
das Fernwärmenetz der Stadt angebundenes Kornhauses einen relevanten Beitrag
leisten.
Die Stadt erhält für dieses bedeutende Projekt eine Fördersumme von 8,47 Millionen Euro aus dem Bundesprogramm Nationale Projekte des Städtebaus. Diese Förderung ermöglicht die Neuausrichtung der Bibliothek als Dritten Ort im Sinne der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen ebenso wie die Stärkung der Innen-Außen-Beziehung zwischen Kornhaus und Marienplatz. Gleichzeitig wird die Sicherstellung einer qualitätsvollen Baukultur durch eine dialogische Beteiligungs- und Prozessgestaltung gewährleistet.
Neben der räumlichen und technischen Modernisierung wird die Bücherei konzeptionell neu gedacht, sodass ein multifunktionaler Raum entsteht, der Chancengleichheit, Leseförderung, Medienkompetenz sowie Technik und Digitalisierung miteinander verbindet und so den Anforderungen einer vielfältigen und digital geprägten Gesellschaft gerecht wird.