Aktuelles aus dem STadtarchiv RAvensburg

Aus der Arbeit des Stadtarchivs Ravensburg

Bild: historischer Zeitungsausschnitt. Foto: Stadt Ravensburg

Tag der Archive im Stadtarchiv Ravensburg am 8. März 2026

29.01.2026 Das Stadtarchiv beteiligt sich am 8. März 2026 wieder am bundesweiten Tag der Archive, der dieses Jahr unter dem Motto "Alte Heimat – neue Heimat" steht. Im Leseraum des Stadtarchivs wird dazu von 10 bis 17 Uhr eine Präsentation historischer Quellen zu sehen sein, die sich dem Thema aus ganz unterschiedlichen Richtungen nähert und zeigt, wie vielfältig die Anknüpfungspunkte in der historischen Überlieferung der Stadt sein können: Wegstreben und Fernweh, Ankommen und Verwurzelung, Flucht und Migration, die Bewahrung alter Traditionen und die Entstehung neuer Identitäten zeugen in Akten, Fotos und Plakaten von politischem, räumlichem, kulturellem und wirtschaftlichem Wandel in Stadt und Gesellschaft. Die Präsentation steht allen Interessierten von 10 bis 17 Uhr ohne Anmeldung offen.
Um 11 Uhr und um 14 Uhr führt Stadtarchivarin Dr. Silke Schöttle durch das Stadtarchiv, wird einen Blick hinter die Kulissen ermöglichen, die Aufgaben des Stadtarchivs erläutern und auf die aktuellen Herausforderungen archivischer Arbeit eingehen. Zu den Führungen ist eine Anmeldung unter diesem Link erforderlich, denn die Teilnehmerzahl ist begrenzt.
Der bundesweite Tag der Archive findet als Aktionstag alle zwei Jahre am ersten Wochenende im März statt und bietet den Archiven die Möglichkeit, auf ihre Arbeit und ihre Bedeutung in der demokratischen Informationsgesellschaft aufmerksam zu machen. Herzliche Einladung dazu! 

Vom 17. bis ins frühe 20. Jahrhundert kamen alljährlich "Schwabenkinder" aus den Alpenregionen auf den Hütekindermarkt nach Ravensburg. Neue Heimat?, Foto: Stadtarchiv Ravensburg, S 20 Nr. 184
Vom 17. bis ins frühe 20. Jahrhundert kamen alljährlich "Schwabenkinder" aus den Alpenregionen auf den Hütekindermarkt nach Ravensburg. Neue Heimat?, Foto: Stadtarchiv Ravensburg, S 20 Nr. 184

Bürger übergeben Erinnerungsstücke zum Kriegsende vor 80 Jahren

28.11.2025 Das Stadtarchiv hatte im Frühjahr 2025 dazu aufgerufen, sich auf die Suche nach Originaldokumenten rund um das Jahr 1945 zu begeben. An drei Nachmittagen zwischen Juli und September folgten mehrere Interessierte dieser Einladung und übergaben wertvolle Unterlagen zur Geschichte der Ravensburger Nachkriegszeit. Darunter befindet sich etwa die minutiöse Verlustmeldung eines Ravensburger Uhrmachermeisters anlässlich der Räumung seines Uhrengeschäfts durch französische Truppen am 29. April 1945. Ein weiteres eindrucksvolles Fundstück stellt ein Entlassungsschein des Jahres 1947 aus amerikanischer Kriegsgefangenschaft dar, dessen zerbrechliche Haptik die Bedeutung für den Inhaber Eugen Hermann aus Ravensburg deutlich widerspiegelt. Eine Bereicherung für das Stadtarchiv sind auch die lange aufbewahrten und von den Nachkommen jetzt an das Stadtarchiv übergebenen Unterlagen eines jungen Ostpreußen, der nach Wehrdienst, Kriegseinsatz und Gefangenschaft 1945 in Ravensburg eine neue Heimat fand. Die Briefe, Durchschläge und Formulare von der Aufnahmegenehmigung im Klösterle durch die französischen Besatzungstruppen am 2. Oktober 1945 bis zur Zuteilung einer Wohnung durch das städtische Wohnungsamt im Jahr 1950 zeugen von einem langwierigen Verfahren der Integration.
Die bei der Aktion im Stadtarchiv zusammengekommenen Schriftzeugnisse tragen dazu bei, das Wissen über die unmittelbare Nachkriegszeit und ihre Bedeutung für die Ravensburgerinnen und Ravensburger zu konkretisieren und zu vertiefen. Der Dank geht daher an alle, die sich an der Aktion beteiligt haben. 

Entlassungsschein aus amerikanischer Kriegsgefangenschaft für Eugen Hermann aus dem Jahr 1947, Foto: Stadtarchiv Ravensburg, Stadtarchiv Ravensburg X Bü 894
Entlassungsschein aus amerikanischer Kriegsgefangenschaft für Eugen Hermann aus dem Jahr 1947, Foto: Stadtarchiv Ravensburg, Stadtarchiv Ravensburg X Bü 894

Artikel des Stadtarchivs zu 500 Jahren Bauernkrieg

12.05.2025 Die Vortrags- und Lesereihe des Stadtarchivs zu 500 Jahren Bauernkrieg ist mit drei gut besuchten Veranstaltungen in Zusammenarbeit mit der vhs Ravensburg und der Zehntscheuer erfolgreich zu Ende gegangen. Zur Lesung zeitgenössischer Quellen aus dem Bauernkrieg rund um Ravensburg hat das Stadtarchiv ein Quellenheft erstellt. Hier geht es zum Quellenheft. Die Ergebnisse der beiden Vorträge wurden in der Fachliteratur publiziert.

Silke Schöttle: Die Reichsstadt Ravensburg und ihre Akteure im Bauernkrieg. In: Akteure des Bauernkriegs im deutschen Südwesten. Motive – Strategien – Kommunikation – Lernerfahrung, hg. von Sigrid Hirbodian, Sabine Holtz und Edwin E. Weber (Veröffentlichungen der Kommission für geschichtliche Landeskunde in Baden-Württemberg. Reihe B: Forschungen, Bd. 239), Ostfildern 2025, S. 345-375. 
Silke Schöttle: Das Ringen um Ressourcen als Mittel der Konfliktentschärfung in den Vereinbarungen Georgs von Waldburg mit den Untertanen der Herrschaft Wolfegg. In: Beschwert und überladen? Die Rolle regionaler Ressourcenkonflikte im Bauernkrieg von 1525, hg. von Peer Frieß und Dietmar Schiersner, (Forum Suevicum Bd. 16), Tübingen 2024, S. 337-364.

Vortrags- und Lesereihe des Stadtarchivs im Frühjahr 2025
Vortrags- und Lesereihe des Stadtarchivs im Frühjahr 2025

Filme und gute Gespräche am Tag der Archive 2024

05.03.2024 Der Tag der Archive am Stadtarchiv Ravensburg am 2. März 2024 war ein voller Erfolg. Mehr als 130 Besucherinnen und Besucher nahmen an der Vorführung der Filme der Ravensburger Apothekerfamilie Liebendörfer aus den frühen 1930er-Jahren im Kinotruck teil. Andere informierten sich auf dem Mollet-del-Vallès-Platz über die Tätigkeit des Stadtarchivs. Dank an alle, die da waren und mitgewirkt haben. 

Ausschnitt aus den Filmen der Familie Liebendörfer, Stadtarchiv Ravensburg S 40
Ausschnitt aus den Filmen der Familie Liebendörfer, Stadtarchiv Ravensburg S 40

Tag der Archive im Stadtarchiv Ravensburg

05.02.2024 Das Stadtarchiv Ravensburg lädt am 2. März 2024 zum bundesweiten Tag der Archive ein. In einem Kinotruck vor dem Gebäude in der Kuppelnaustraße 7 informiert das Stadtarchiv in einer 45-minütigen Vorstellung über seine Aufgaben und zeigt die Filme der Ravensburger Apothekerfamilie Liebendörfer aus den frühen 1930er-Jahren. Auf Initiative des Fachverbands deutscher Archivarinnen und Archivare e. V. präsentieren sich die Archive alle zwei Jahre mit Führungen oder anderen Veranstaltungen der Öffentlichkeit. Weil die Räumlichkeiten des Stadtarchivs derzeit umstrukturiert werden, findet der diesjährige Tag der Archive im und um den Kinotruck statt. Termine und Anmeldung zu einer der Filmvorstellungen finden Sie unter https://eveeno.com/stadtarchiv

Ausschnitt aus den Filmen der Familie Liebendörfer, Stadtarchiv Ravensburg S 40
Ausschnitt aus den Filmen der Familie Liebendörfer, Stadtarchiv Ravensburg S 40

Protokollbände des Kirchenchores an Liebfrauen im Stadtarchiv

30.06.2023 Der Chor der Liebfrauenkirche Ravensburg hat dem Stadtarchiv im Juni 2023 seine Protokollbände beginnend mit dem Jahr 1880 übergeben. Dabei ist der Kirchenchor weit älter, existierte bereits 1807 und wurde 2016 für seinen jahrhundertelangen Einsatz mit der Palestrina-Medaille des Allgemeinen Cäcilien-Verbandes für Deutschland ausgezeichnet. Ersichtlich wird aus den Protokollbänden insbesondere für die Zeit des 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts ein reges musikalisches Wirken des Chores nicht nur bei der Mitwirkung an der Liturgie der Liebfrauenkirche, sondern auch innerhalb des gesellschaftlichen Lebens der Stadt, in das sich der Chor unter den Musikdirektoren Carl Staudacher (1882–1914), August Hagenmayer (1914–1933) und Franz Frommlet (1933–1970) einbrachte. Das gemeinsame Musizieren mit dem Liederkranz, der Stadtkapelle und der Regimentskapelle aus Weingarten bei Konzerten und vielen anderen feierlichen Anlässen im damaligen Gesellenhaus oder im Konzerthaus zeichnet das Bild einer reichhaltigen Ravensburger Kulturlandschaft, an der auch die Kirchenchöre ihren Anteil hatten.

Protokollband des Kirchenchors an Liebfrauen, StARV H 12, Bd. 1, Foto: Stadtarchiv Ravensburg
Protokollband des Kirchenchors an Liebfrauen, StARV H 12, Bd. 1, Foto: Stadtarchiv Ravensburg

Filmabendreihe des Stadtarchivs

27.03.2023 Das Stadtarchiv hat in den letzten Monaten drei Filmabende mit den Filmen der Ravensburger Apothekerfamilie Liebendörfer aus den 1930er-Jahren veranstaltet. Die Filmabende in der Werkhalle im Mühlenviertel, im Burg Kino am Marienplatz und im Kapuziner Kreativzentrum in der Kuppelnau waren sehr gut besucht und zeigten das große Interesse der Ravensburgerinnen und Ravensburger an ihrer Stadtgeschichte. Stadtarchivarin Dr. Silke Schöttle führte mit einer Hinführung über die Problematik der Langzeitarchivierung historischer Filme und mit Erläuterungen zum Inhalt der Sequenzen durch den Abend. Jürgen Jakob begleitete die stummen Filme gekonnt am Piano. So wurde Alltagsgeschichte lebendig.   

Filmabend des Stadtarchivs in der Werkhalle, Foto: Stadtarchiv Ravensburg
Filmabend des Stadtarchivs in der Werkhalle, Foto: Stadtarchiv Ravensburg

Zuwachs für die Plakatsammlung des Stadtarchivs aus den 1980er und 1990er Jahren

21.03.2023 Das Stadtarchiv hat eine interessante Plakatsammlung der 1980er- und 1990er-Jahre vom Kulturamt der Stadt Ravensburg aus dem Konzerthaus übernommen. Die Sammlung zeigt nicht nur sehr gut, was im Konzerthaus damals so geboten war, sondern ist auch hinsichtlich der besonderen Ästhetik der Plakatgestaltung der 1980er- und 1990er-Jahre besonders wertvoll.

Veranstaltungsplakate aus dem Konzerthaus, 1980er-1990er Jahre, Foto: Stadtarchiv Ravensburg
Veranstaltungsplakate aus dem Konzerthaus, 1980er-1990er Jahre, Foto: Stadtarchiv Ravensburg

Die ältesten Dokumente der Stadt erhalten ein neues Gewand

14.6.2022 Über fünftausend Urkunden werden im Stadtarchiv derzeit in säurefreie Umschläge und Boxen verpackt. Pergament und Wachssiegel können somit vor chemischen Prozessen, Staub, Druck und Licht geschützt werden, so dass eine bestmögliche Aufbewahrung dieses wertvollen Bestandes gewährleistet ist. Die älteste Urkunde im Stadtarchiv stammt aus dem Jahr 1270 und regelt die Weiderechte zwischen der Stadt Ravensburg und dem Kloster Weißenau. 

Der Urkundenbestand des Stadtarchivs wird neu verpackt. Foto: Stadt Ravensburg / Felix Kästle
Der Urkundenbestand des Stadtarchivs wird neu verpackt. Foto: Stadt Ravensburg / Felix Kästle

Dokumentenfund in der Bauhütte

13.6.2022 Bei den Sanierungsarbeiten der Bauhütte wurden Teile der Mitgliederkartei der NSDAP Ortsgruppe Ravensburg-Mitte gefunden. Die Karteikarten steckten samt zugehörigem Stempel in einer Dachgaube. Laut Adressbuch der Stadt Ravensburg waren 1937 in der Bauhütte die Ortsgruppen Ravensburg-Kuppelnau und Ravensburg-Mitte sowie der HJ-Bann 124 Oberschwaben untergebracht. Die Karteireste wurden zur dauerhaften Aufbewahrung dem Stadtarchiv übergeben. 

Dokumentenfund in der Bauhütte. Foto: Stadtarchiv Ravensburg
Dokumentenfund in der Bauhütte. Foto: Stadtarchiv Ravensburg

Das Stadtarchiv beteiligt sich am bundesweiten Tag der Archive 2022

15.2.2022 Wer ist eigentlich der berühmte Ravensburger Klaus Schmid? Wie sieht eine verlassene Bücherwurmhöhle aus? Was drohte bei Nichteinhaltung der Ravensburger Pestverordnung im Jahr 1541? Und was bitte verbirgt sich hinter dem "verbrochenen Bild" an der Straße nach Albertshofen? Diese und andere spannende Fragen aus der Geschichte der Stadt Ravensburg beantwortet Stadtarchivarin Dr. Silke Schöttle am bundesweiten Tag der Archive 2022. Das diesjährige Motto lautet: "Fakten, Geschichten, Kurioses". Dazu lädt das Stadtarchiv am Sonntag, 6. März um 13 und 15 Uhr zu einer Präsentation historischer Quellen aus acht Jahrhunderten Stadtgeschichte und zu einem Blick hinter die Kulissen ein. Eine Teilnahme ist nur mit verbindlicher Voranmeldung bis 4. März 2022 unter stadtarchiv@ravensburg.de möglich. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Es gilt 2G und FFP2-Maskenpflicht.

Tag der Archive 2022 im Stadtarchiv Ravensburg. Foto: Stadt Ravensburg/Felix Kästle
Tag der Archive 2022 im Stadtarchiv Ravensburg. Foto: Stadt Ravensburg/Felix Kästle

Stadtarchiv erhält erneut eine Förderung

27.01.2021 Das Stadtarchiv erhält im Jahr 2022 erneut eine Förderung des Deutschen Bibliotheksverbandes (dbv) und der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien im Programm NEUSTART KULTUR / WissensWandel in Höhe von rund 62.000 Euro für die Retrokonversion seiner Findmittel. Ins Digitale übertragen werden 2022 die Erschließungsdaten für das Archiv der bayerischen Zeit (1802–1810), der württembergischen Zeit (1810–1871) und der Hauptregistratur (bis 1970). Zum Förderumfang gehört auch die Beschaffung eines Mikrofilmscanners, mit dem die im Stadtarchiv vorhandenen Mikrofilme künftig komfortabel am Bildschirm betrachtet, gescannt und digital weiterverarbeitet werden können.

Das Stadtarchiv erhält auch 2022 eine Förderung für die Retrokonversion seiner Findmittel. Foto: Stadt Ravensburg/Felix Kästle
Das Stadtarchiv erhält auch 2022 eine Förderung für die Retrokonversion seiner Findmittel. Foto: Stadt Ravensburg/Felix Kästle

Digitalisierungsprojekt

2.11.2021 Das Stadtarchiv hat seine Findbücher für die Bestände der reichsstädtischen Zeit (1270-1802) retrokonvertieren lassen. Für diese Maßnahme wurde eine Förderung des Deutschen Bibliotheksverbands (dbv) und der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien im Programm NEUSTART KULTUR / WissensWandel von rund 177.000 Euro gewährt. Die Findbücher wurden von Alfons Dreher in den Jahren 1927 bis 1935 in deutscher Kurrentschrift verfasst. Mit der Fördermaßnahme sind nun die Voraussetzungen dafür geschaffen, Bürgerschaft, Forschung und Wissenschaft diese wichtigen Erschließungsdaten zeitgemäß zugänglich zu machen. Die Daten wurden in das Zielformat EAD-XML überführt, womit zeitnah nicht nur deren Online-Stellung, sondern auch die Beteiligung an überregionalen Archivportalen wie der Deutschen Digitalen Bibliothek (DDB) möglich sein werden. 

Projekt WissensWandel

Neustart Kultur

Die Findbücher des Stadtarchivs wurden retrokonvertiert. Foto: Stadt Ravensburg/Felix Kästle
Die Findbücher des Stadtarchivs wurden retrokonvertiert. Foto: Stadt Ravensburg/Felix Kästle

Tagebücher des Kaufmanns Ulrich Christoph Gradmann jetzt im Stadtarchiv

12.10.2021 Die Originale der Tagebücher des Ravensburger Kaufmanns Ulrich Christoph Gradmann (1781–1859) befinden sich seit Neuestem im Stadtarchiv. Die beiden Halblederbände wurden im September 2021 Stadtarchivarin Dr. Silke Schöttle von den Erben übergeben. Dr. Peter Eitel hatte die Tagebücher bereits 1982 von der Familie Gradmann ausgeliehen und unter dem Titel "Ulrich Christoph Gradmann von Ravensburg, aus dem Leben eines oberschwäbischen Kaufmanns" ediert. Gradmann betrieb seit 1807 ein Geschäftshaus am Marienplatz und erwarb 1827 zusammen mit Christoph Ulrich Springer die Papiermühle "Unterer Hammer" am Flappach-Kanal. Seine Tagebücher aus der Zeit von 1796 bis 1845 geben Zeugnis vom Leben und der Arbeit eines Ravensburger Bürgers in der Zeit der Napoleonischen Kriege und des Vormärz.

Die Tagebücher des Ulrich Christoph Gradmann, Foto: Stadtarchiv Ravensburg
Die Tagebücher des Ulrich Christoph Gradmann, Foto: Stadtarchiv Ravensburg

Skizzenbücher der Konditorei Herb

15.7.2021 Das Stadtarchiv ist seit Kurzem im Besitz einer besonderen Rarität. Die zwei großformatigen und farbig kolorierten Skizzenbücher mit Mustern zur Verzierung von Torten der ehemaligen Konditorei Herb sind ein echter Hingucker und ein Spiegelbild der Kaiserzeit. Hier finden sich nicht nur reich verzierte Tortenmuster für persönliche Anlässe wie Geburtstage, Hochzeiten und Beerdigungen. Vertreten sind auch ganz besondere Torten für die bürgerlichen Vereine der Stadt wie den Liederkranz, eine Torte zur Gründung des Bodenseegeschichtsvereins (1868), zum 90. Geburtstag des Kaisers (1887) oder eine Riesentorte zum oberschwäbischen Sängerfest (1890). Urheber der Tortenmusterbücher ist Louis Herb (1834–1916), der in der Zeit von 1868 bis 1904 seine Konditorei in der Eichelstraße 12 führte.

Tortenmuster für den Liederkranz, Foto: Stadtarchiv Ravensburg, J 05 Konditorei Herb
Tortenmuster für den Liederkranz, Foto: Stadtarchiv Ravensburg, J 05 Konditorei Herb

Zeitkapselfund im Konzerthaus

11.1.2021 In einem der Löwen in der Giebelbekrönung des Ravensburger Konzerthauses wurde bei den aktuellen Restaurierungsarbeiten eine Zeitkapsel gefunden. Sie enthielt einen 123 Jahre alten Wecken (!) und zwei Schriftstücke. Letztere geben Auskunft über die 1897 an der Vollendung des Baus beteiligten Handwerker, die Anbringung der den Giebel bekrönenden Löwen aus Zink am 10. August 1897 und die Mäzene des Konzerthauses, die Stadt Ravensburg und Kommerzienrat Julius Spohn. Als Wirte und Gastgeber, welche 1897 mit "guten Speisen zu billigsten Preisen" die Stuckateurarbeiter aus München beherbergten, verewigten sich auch die Pächter auf dem benachbarten Storchenbräu Fidel und Katharina Baumeister mit ihren Töchtern auf den Papieren. Die Originalschriftstücke werden zusammen mit einer Dokumentation der jetzigen Arbeiten in einer neuen Kapsel wieder am Konzerthaus angebracht. Das Stadtarchiv verwahrt eine Kopie der Schriftstücke und sichert somit die enthaltende Information. Kapsel und Wecken gehen in den Bestand des MHQ über.

Zeitkapsel im Konzerthaus, Foto: Stadtarchiv Ravensburg
Zeitkapsel im Konzerthaus, Foto: Stadtarchiv Ravensburg

Dokumente aus Privatbesitz

15.11.2020 Immer wieder überlassen Privatleute dem Stadtarchiv wertvolle Dokumente aus Familienbesitz, Nachlässe oder Fotos. Diese Schenkungen ergänzen und bereichern die amtlichen Bestände des Stadtarchivs um vielerlei Aspekte. So konnte in den letzten Monaten ein Kontorbuch des Ravensburger Kaufmanns Anton Mehr aus der Mitte des 19. Jahrhunderts übernommen werden. Die Fotosammlung erhielt Zuwachs durch ein Album mit Fotos der Gebäude und der Belegschaft der ehemaligen Pinselfabrik Sterkel aus den Jahren 1930 bis 1950 sowie durch eine Negativsammlung des Ravensburger Malermeisters und Hobbyfotografen Alfred Bauer, entstanden um das Jahr 1956. Prof. Dr. Joachim Wild übergab dem Stadtarchiv im November den Nachlass des Ravensburger Oberstudienrats Dr. Manfred Erb (1932–2016). Dessen bedeutende Kunstsammlung, die 2018 für mehr als eine Million Euro für einen wohltätigen Zweck überwiegend an Privatleute versteigert wurde, bleibt anhand der an das Stadtarchiv übergebenen Unterlagen rekonstruierbar.

Nachlass für das Stadtarchiv: Fotos von der ehemaligen Pinselfabrik Sterkel aus den Jahren 1930 bis 1950. Foto: Stadtarchiv Ravensburg
Nachlass für das Stadtarchiv: Fotos von der ehemaligen Pinselfabrik Sterkel aus den Jahren 1930 bis 1950. Foto: Stadtarchiv Ravensburg

Filme der Familie Liebendörfer wurden digitalisiert

15.10.2020 Das Stadtarchiv hat in Kooperation mit der Landesfilmsammlung Baden-Württemberg am Haus des Dokumentarfilms in Stuttgart seine analogen Filmbestände digitalisieren und dort als Depositum einlagern lassen. Es handelt sich dabei u. a. um mehrere 16mm-Filme der 1930er-Jahre aus dem Nachlass der Familie Walter, Emma und Wolfgang Liebendörfer, einen Farbfilm des Jahres 1944 sowie um zwei Super8-Filme zum OB-Wahlkampf des Jahres 1987 von Wolfgang Braig und Peter Eitel. Die Landesfilmstelle beteiligt sich zu 50 Prozent an den Digitalisierungskosten. Das Stadtarchiv wird die Filmdigitalisate im digitalen Stadtarchiv DIMAG archivieren und damit für die Stadt Ravensburg verfügbar halten. Hauptaufgabe der Landesfilmsammlung ist die dauerhafte, sachgemäße und professionelle Archivierung und Zugänglichmachung des filmischen Kulturerbes in Baden-Württemberg. So werden von dem Ravensburger Filmmaterial in der Landesfilmsammlung auch die öffentlichen Landesrundfunkanstalten, das landeskundliche Informationsportal LEO-BW oder kommerzielle Filmproduktionen profitieren können. 

Historisches Filmmaterial wird digitalisiert. Foto: Stadtarchiv Ravensburg
Historisches Filmmaterial wird digitalisiert. Foto: Stadtarchiv Ravensburg

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Abteilung: Stadtarchiv Ravensburg
Telefon: 0751 82-2776

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