
Mit der Eröffnung des neuen Schussenparks erhält
Ravensburg ein besonderes Kunstwerk. The Commons: Ein Liebesbrief an öffentliche Grünflächen besteht
aus neun Textskulpturen, die sich in die Architektur und Landschaft des Parks
einfügen.
Die poetischen Texte
sind aus pulverbeschichtetem Aluminium gefertigt und thematisieren die enge
Verbindung zwischen Natur und Gemeinschaft. Besucherinnen und Besucher werden
eingeladen, darüber nachzudenken, wie Natur unsere Lebensqualität in der Stadt prägt.
Zu entdecken sind die Skulpturen an Sitzstufen und Mauern sowie in zwei
großformatigen Arbeiten: einer achtteiligen Installation, die das Amphitheater
im Norden des Parks überspannt, und einem permanenten Billboard auf der Fassade
des historischen Escher-Steg – sichtbar nicht nur vom Bahnhof, sondern auch für
alle Bahnreisenden, die durch Ravensburg fahren. Es trägt die Botschaft: „Dies
ist ein Liebesbrief an öffentliche
Grünflächen.“ Damit knüpft das Werk direkt an die
Mission des Schussenparks an: Klimaanpassung, neue Naturerfahrungen mitten in
der Stadt und ein verbesserter Zugang zum Wasser für alle.
Die Künstlerin hinter
dem Projekt, Gretta Louw, lebt in München und hat seit Jahresbeginn mehrfach
Ravensburg besucht, um das Werk spezifisch für die Stadt und den Park zu
entwickeln. Ihre interdisziplinäre Praxis legt den Fokus auf die Ökologie des
21. Jahrhunderts und verbindet aktuelle Technologien mit traditionellen
Handwerkstechniken – etwa Stickerei mit Algorithmen oder Ölmalerei mit Robotern
– und hat ihr internationale Anerkennung eingebracht. Louw erhielt zahlreiche
Auszeichnungen, zuletzt den Kunstpreis Neue Medien / Junge Kunst der Stadt
München.
Das Ravensburger
Kunstwerk ist Teil eines größeren künstlerischen Werks von Louw, das sich immer
wieder mit dem Verhältnis von Öffentlichkeit, Natur und Gemeinschaft
beschäftigt. The Commons
begann 2020 in München als temporäre Plakatkampagne und wurde seither u. a. in
Los Angeles und Düsseldorf realisiert. In Ravensburg erhält das Projekt nun
erstmals eine dauerhafte Form. Zur Eröffnung am 19. September wurde die permanente skulpturale
Installation zudem durch sieben temporäre Interventionen auf kommerziellen
Plakatflächen rund um den Bahnhof ergänzt. Diese griffen Texte aus den neuen
Skulpturen im Schussenpark auf und schlugen so eine Brücke zwischen Stadt,
Bahnreisenden und dem neuen Park.
