Highlights am Samstag:
Highlights am Sonntag:
Bereits 200 Jahre ist es her, dass die Gemeinde Eschach
durch die Zusammenlegung des ehemaligen weißenauischen Klosteramts Oberhofen
(mit Weißenau), des ehemaligen Landvogteiamtes Eschach und einiger Parzellen
entstanden ist. Unter dem Motto gestern – heute – morgen soll diesem Anlass
Rechnung getragen werden. Um Einblick in 200 Jahre bewegte, gemeinsame
Geschichte zu erhalten, werden in den nächsten Wochen und Monaten
"Geschichten aus unserer Geschichte" veröffentlicht: ausgewählte
historische Gegebenheiten rund um unsere Ortschaft. Aber auch heute hat
"Unser Eschach" allerhand zu bieten, folglich dürfen auch Einblicke
in das vielfältige Vereinsleben Vorort nicht fehlen.
Am 4. und 5. Juli des Jubiläumsjahres 2026 wollen wir mit
der Feier 200 Jahre Eschach rund um das Rathaus Oberhofen nicht nur die
Historie würdigen, sondern auch einen weiteren Schritt in unsere gemeinsame
Zukunft gehen. Vereine aus allen Teilen der Ortschaft haben hierfür bereits ihr
Mitwirken angekündigt. Wir dürfen uns folglich heute schon freuen, auf ein
Wochenende mit abwechslungsreichem Rahmenprogramm, Gottesdienst, Livemusik und
toller Verköstigung. Für die Jüngsten sind besonders am Sonntag (5. Juli)
viele Highlights geplant. Vom Auftritt auf der Bühne bis hin zu zahlreichen
Mitmachstationen für Groß und Klein steht ein spannender Nachmittag für die
ganze Familie bevor. Zwei gemeinsame Jahrhunderte sind in jedem Fall ein
freudiger Anlass um Eschach zu feiern!

Der Ortsname, erstmals 1090 eindeutig nachweisbar, leitet
sich von der Äsche, einem heimischen Fisch, ab. Die meisten der Eschacher
Ortsteile hängen historisch eng mit der Geschichte des ehemaligen
Prämonstratenserklosters Weißenau zusammen. Dieses Kloster wurde 1145 von dem
welfischen Ministerialen Gebizo von Ravensburg gestiftet und entwickelte sich
in kurzer Zeit zu einem der reichsten Klöster Oberschwabens. Die benachbarte
Reichsstadt Ravensburg beispielsweise entstand zum größten Teil auf
weißenauischem Grund und Boden. Neben dem Männerkloster in Weißenau bestand bis
Mitte des 13. Jahrhunderts noch ein Frauenkonvent in Mariatal.
Bereits seit der zwangsweisen Klosterauflösung im Jahr 1803 ging es der Pfarrei Weißenau wirtschaftlich schlecht. Während die Pfarreien in der Nachbarschaft durch frühere Stiftungen ein geregeltes Auskommen hatten, fehlte diese in Weißenau, da fast alle Einnahmen an die neuen Herren übergegangen waren. Eine Kirchensteuer, wie wir sie heute kennen, gab es noch nicht.
Schon im Jahr 1824 war die Orgel der Kirche in Mariatal unter Pfarrer Wilhelm Heim nach Bavendorf verkauft worden und auch ein Beichtstuhl wurde zu Geld gemacht. Nach und nach wechselten der Grundbesitzt der Pfarrei Stück für Stück die Eigentümer. 1839 kam es zum Verkauf eines Großteils des Klostergebäudes sowie der um das Kloster liegenden Gärten an Edard Erpf aus St. Gallen. Dieser errichtete auf dem erworbenen Land eine Appretur-, Bleiche- und Webfabrik.
Nur ein Grundstück konnte über die große Notzeit hinaus gerettet werden: Eine Wiese bei Oberzell blieb Eigentum der Pfarrei. Diese wurde erst im Jahr 2000 zur Ermöglichung des Baues der neuen B30 an die Stadt Ravensburg verkauft.
Trotz der Grundstücksverkäufe sah sich Pfarrer Patriz Seibold 1843 erneut mit einem finanziellen Engpass konfrontiert. Somit kam es zur wohl spektakulärsten Aktion zur wirtschaftlichen Sanierung der Kirchengemeinde: dem Verkauf von Messgewändern.
So belegt eine historische Urkunde:
Weissenau 30 April 1843
Der Stiftungsdesrat beschließt auf Grund früherer Einschätzung ein aus einem Levitenrock gemachtes rotsamtenes mit Goldstickerei verziertes Meßgewand an die Pfarrgemeinde Gornhofen um achzig Gulden abzugeben, welcher Erlös zum Stiftungsfond gelegt werden soll.
Zur Beglaubigung:
Stiftungsrat – Pfarrer Seibold – Bentele – Arnegger – Mayer - Brändle – Probst
Quelle: Weißenauer Blätter, 1. Ausgabe 2008 (Herbert Mayer)

Die Ortschaft Eschach feiert 2026 ihr 200-jähriges Jubiläum. Im Amtsblatt erscheint bis zu den Feierlichkeiten im Juli eine Serie mit spannenden Kapiteln zur Ortsgeschichte. Ein Blick zurück führt dabei auch zu einem Gebäude, das bis heute das kommunale Leben prägt: dem Rathaus in Oberhofen.
Im Jahr 1876 tritt Severin Brugger als sechster Schultheiß sein Amt in Eschach an. Vor ihm hatten Franz Ehrle (bis 1837), Josef Hügle (bis 1839), Konrad Lupberger (bis 1857), Josef Geiger (bis 1864) und Johann Forstenhäusler (bis 1876) die Geschicke der jungen Gemeinde gelenkt.
Severin Brugger war zugutegekommen, dass es dem "Sternen Wirt" in Oberhofen überhaupt nicht zusagte, dass die Gemeinderatssitzungen seit ein paar Jahren im "Bräuhaus" in Obereschach abgehalten wurden. Der unzufriedene "Sternen Wirt" überließ dem neuen Schultheiß ein Grundstück neben seiner Wirtschaft. Noch im Jahr 1876 beginnt Brugger auf besagtem Grundstück mit dem Bau eines zweistöckigen Privathauses, dem heutigen Rathaus in Oberhofen.
Nach der Fertigstellung des Gebäudes im Jahr 1877 schließt der Schultheiß einen Mietvertrag mit der Gemeinde Eschach und überlässt, gegen eine jährliche Miete von 180 Mark, Räume im heutigen Rathaus. Ein Raum wird als Ratszimmer genutzt, ein weiterer als Registratur. Der Begriff Registratur war bis zur Büroreform der 1920er und 1930er Jahre eine übliche Bezeichnung. In der Registratur wurden Dokumente und Schriftstücke der Gemeindeverwaltung aufbewahrt und der Schriftverkehr organisiert.
Im Alter von 73 Jahren übergab Severin Brugger im Jahre 1895 sein Amt als Schultheiß an seinen Nachfolger. Die Gemeinde erwarb in diesem Zusammenhang das Rathausgebäude. Neues Oberhaupt der Gemeinde wurde der junge Fidel Berger (1866 - 1950) – bis heute erinnert die Fidel-Berger-Straße in Weißenau an den damaligen Bürgermeister. Schultheiß Berger ließ das Rathaus im Jahr 1904 in seiner ganzen Länge um 5 Meter erweitern und richtete im Obergeschoß seine Wohnung ein.
Bis 1936 wurde das Obergeschoss als Dienstwohnung genutzt, welche im Anschluss zu Kanzleiräumen umgebaut wurde. Ausführlicher berichtet Beate Falk in ihrem Buch "Eschach in alten Ansichten" über die spannende Geschichte des Gebäudes. Von damals bis heute wurde das Gebäude stetig den neuen Anforderungen angepasst.
Quelle: 170 Jahre Gemeinde / Ortschaft Eschach, Herbert Mayer (1996)

Nach der ersten amtlichen Flurkarte von 1825 ist in Oberhofen nördlich der Ortslage ein nach Süden ausgerichtetes Weinbaugebiet in Hanglage mit etwa 7 ha Fläche und rund 90 Rebparzellen verzeichnet. Dieses erstreckte sich beidseits der Kemmerlanger Straße, auf der westlichen Seite mit der „Unteren Halde“ und auf der östlichen Seite mit der „Oberen Halde“.

Landesamt
für Geoinformation und Landentwicklung Baden-Württemberg, Geobasisdaten ©
LGL (www.lgl-bw.de) Auszug aus der Flurkarte von Baden-Württemberg von 1825
(1)
Noch
im Jahre 1829 wurde Eschach als zweitgrößter Weinort im damaligen Oberamt
aufgeführt (2).
In der
Beschreibung der katholischen Pfarrstelle von Obereschach schreibt Pfarrer
Wilhelm Hummel (1818 - 1884), der von 1859 bis 1884 Pfarrer in Obereschach war,
im Jahre 1880 zum Weinbau:
„Der
Feldertrag ist durchweg ein guter zu nennen. Wein wird in Oberhofen und
Liebenau gepflanzt, der aber nur in guten Jahren genießbar ist und von den
Wirthen meistens zum Auffrischen alter Weine gekauft, theilweise aber von den
Besitzern im Hause ausgeschenkt wird“.
So
schlecht kann der Wein aber nicht gewesen sein, denn der Wirt Appenzauser von der
Wirtschaft „Zum Hecht“ (3) in Ravensburg (Wirtschaft von 1891 - 1911) hat von den
Oberhofener Winzern nach der Lese gegen Ende des 19. Jahrhunderts jeweils
zwischen 6.000 und 8.000 l weißen Traubenmost zum eigenen Ausbau abgenommen, wie
der folgenden Chronik von Josef Arnegger aus Untereschach (1869 – 1959) zu
entnehmen ist.
Er beschreibt
die Traubenernte in Oberhofen, die er in seiner Kindheit noch miterlebt und noch
gut im Gedächtnis habe und nicht nur vom Hörensagen geschrieben habe, wie folgt
(4):
„In
Oberhofen an der Straße nach Kemmerlang lag ein großes Rebgelände. In der Größe
von 10 – 15 Ar hatten die Rebbesitzer ihre Rebstücke. Nicht nur von Oberhofen,
sondern auch von Untereschach, Obereschach und Senglingen kamen die
Rebbesitzer. Nicht minder mühselig wie in anderen Weingebieten war auch hier
die Arbeit in den Rebstücken. Es mußte der Dung, Mist, hinaufgetragen werden.
Das Hacken, Graben usw. war eine schwere Arbeit. Aber umso größer war die
Freude bei der Ernte, da ging es hoch her. So wurde immer im Oktober, um die
Zeit der Kirchweih gewimmelt. Das dauerte ein, höchstens zwei Tage. Das war ein
Festtag für jung und alt. Die Frauen und Mädchen hatten zu dieser Arbeit eine
neue Schürz an, während die Mannsleut neue Hosen trugen. Es hatte jeder eine
Pistole bei sich und da wurde geschossen was die Rohre hielten. Es waren Stände
aufgebaut, wo man Würste, Schweizerkäse, Zigarren kaufen konnte. Während die
Frauen und Mädchen die Trauben abschneiden mussten, so mussten die Männer die
Trauben in einer Butte in den Torkel tragen. Um beim Auf- und Abnehmen Stand zu
haben, waren die Buttenträger mit einem Haselnuss-Stock versehen, der
gleichzeitig noch die Aufgabe eines Hauptbuches zu erfüllen hatte, denn für
jede Butte, die der Buttenträger in seine Stande (Bottich) leerte, wurde eine
Kerbe in den Stock geschnitten, denn so wurde der Rohertrag eines Rebstücks
gemessen und verzeichnet. Der Torkel, in dem die Trauben untergebracht wurden,
war ein großer, niederer massiver Bau.
Im
Torkel selbst waren zwei große hölzerne Torkelpressen und eine Torkelstube
untergebracht. Nach dem Wimmeln wurden die in den Standen befindlichen Trauben
festgestampft, um sie noch gären zu lassen Dann aber kam das Torkeln, Keltern.
Torkelmeister war Josef Abt, Welzenbauer. Die Pressen kamen Tag und Nacht zu
ihrem Recht. Bevor jedoch mit dieser Arbeit begonnen wurde, fanden sich
sämtliche Rebbesitzer auf Einladung des Torkelmeisters in der Wirtschaft „Zur
Linde“ in Oberhofen zusammen, um die Reihenfolge zu bestimmen und
Streitigkeiten zu vermeiden. Zu diesem Zweck wurden die Würfel zu Hilfe
genommen. Jeder mußte würfeln und die Zahl, die der Würfel des Einzelnen
aufwies, bestimmte seine Zeit beim Torkeln. Die Traubenmaische mußte drei- bis
viermal umgeschaufelt werden und dann noch mit Stiefeln, natürlich sauberen,
getreten werden. Der letzte Abdruck hatte dann den bezeichnenden Namen
„Stiefelwein“, welcher als Hausgetränkt seine Verwendung fand.
Der
Torkelmeister war während der Torkelzeit immer im Torkel. Es war ihm noch ein
Mann zur Verfügung gestellt mit Namen Vinzenz Rist, der zugleich Traubenhüter
war. Im Torkelstübchen war es dann schon behaglich und gemütlich. Die Bauern
brachten Holz und Rauchfleisch mit, Suser war ja genügend vorhanden. Bei diesem
Wein handelte es sich um Weißwein. So hatte z.B. der Wirt Appenzauser, von der die
Wirtschaft „Zum Hecht“ (3) in Ravensburg, jedes Jahr so ungefähr 6.000 bis
8.000 Liter Saft von Oberhofen bezogen. Es wurden dann 25 bis 30 Pfennig
bezahlt. Der Hechtwirt verstand es, gut ihn zu behandeln. Er ließ ihn ein Jahr
lagern und dann hat er ihn von der Hefe genommen und es ist ein milder Wein
geworden.
Wie es
bei allen Kulturpflanzen der Fall ist, so sind auch die Reben von tierischen und
pilzlichen Schädlingen befallen worden. Geeignete chemische Bekämpfungs- und
Schutzmaßnahmen waren zu jener Zeit noch nicht bekannt. Die Folge war, dass der
Ertrag zurückging und die Rebstöcke keine Rendite mehr abwarfen. Deshalb wurden
die Reben so um die Jahrhundertwende (1900) herausgerissen und durch Kern- und
Steinobstbäume ersetzt. Am 19. März 1953 ist der alte Torkel, Kelter, in
Oberhofen aus bisher noch ungeklärten Gründen einem Brand zum Opfer gefallen.
Damit ist der letzte steinerne Zeuge des früheren Weinbaus in der Gemeinde
Eschach dahingesunken. In diesem Torkel, der wieder aufgebaut wurde, sind jetzt
Wohnungen eingebaut worden“.
Gebhard
Spahr beschreibt in seinem Buch „Weissenau – Geschichte und Gegenwart“ den
Weinbau in Weissenau. Danach haben auf dem Gebiet des Prämonstratenserklosters
Weissenau in Oberhofen ehemals 3 Torkel gestanden (Seite 220). Die zuletzt
bekannte „Obere Kelter“, befand sich zur Mitte des 19. Jahrhunderts im Eigentum
der Weibergbesitzer zu Oberhofen.
In
seiner Gebäudebeschreibung zu Oberhofen führt Josef Arnegger zum Gebäude Nr. 83
– die „Obere Kelter“ aus, dass es sich um ein 1 Stock hohes Gebäude mit 3 Ar 44
m² handelt. Zum Brandversicherungsanschlag gibt es keine Angaben. Im Jahr 1855
waren die Weinbergbesitzer zu Oberhofen Eigentümer der „Oberen Kelter“. Im Jahr
1895 haben vier Weinbergbesitzer, allesamt Landwirte aus Oberhofen, die „Obere
Kelter“ gekauft. Ab 1895 setzte ein reger Wechsel bei den Eigentümern des
Torkels ein. Bis 1931 sind dabei nicht weniger als 7 Eigentümer genannt
(Anmerkung: Nach der Flurkarte von 1825 stand der Torkel auf Flurstück Nr.
1267, im Gewann „Torkelgärten“).
Zum
Ende des 19. Jahrhunderts wurden viele kleine Rebstücke aufgegeben, so dass die
durchschnittliche Größe der Parzellen zum Ende des Weinbaus bei immer weniger
Winzern anwuchs. Dabei kamen die Rebbesitzer nicht nur aus Oberhofen, sondern
auch aus der direkten Umgebung. Hierzu führt der Chronist aus, dass vom Jahr
1688 bis 1887 zur Georgskapelle in Untereschach ein 1/8 Morgen (394 m²) großes
Rebgrundstück in der „Unteren Halden“ gehörte. Da sich für dasselbe wegen
schlechter Weingabe kein Pachtliebhaber mehr fand, wurde es am 31.10. 1887 an
Florian Dietenberger in Untereschach um 350 Mark verkauft. Der Kaufpreis wurde
zum Grundstock der Armenpflege geschlagen.
Zum
Ende des Weinbaus in Ravensburg und Umgebung berichtet Herr Prof. Dr. Robert Silbereisen
(†) von der Versuchsstation für Obstbau in Ravensburg-Bavendorf, Obstbauexperte
der Universität Hohenheim im persönlichen Gespräch, dass der Niedergang des
Weinbaus in und um Ravensburg zur Jahrhundertwende vom 19. ins 20. Jahrhundert
auf drei wesentliche Ursachen zurückzuführen sei. Einerseits habe der „Mehltau“
als bereits bekannte Rebkrankheit seinen Teil dazu beigetragen, entscheidender
sei jedoch die aus Amerika eingeschleppte „Reblaus“ gewesen, gegen die es
seinerzeit keinerlei Bekämpfungsmittel gegeben habe. Den Rest habe dem Weinbau
der Frost gegeben, da um die Jahrhundertwende drei extrem harte Winter zu
verzeichnen gewesen seien, die den Rebstöcken arg zusetzt hätten.
Bereits
zu Beginn des 20. Jahrhunderts hielt der verstärkte Obstbau in Eschach seinen
Einzug.

1)
Landesamt
für Geoinformation und Landentwicklung Baden-Württemberg, Geobasisdaten ©
LGL (www.lgl-bw.de) Erste amtliche
Flurkarte von Baden-Württemberg aus dem Jahre 1825 – Blatt 8223-Ravensburg – Flurkarte
von Oberhofen, Originalmaßstab 1:2.500, Genehmigung von 02.2026
2)
170
Jahre Gemeinde/Ortschaft Eschach, Veröffentlichung der Ortsverwaltung Eschach/Herbert
Mayer im September 1996
3)
Nach
den Recherchen des Stadtarchives Ravensburg bestand die Wirtschaft „Zum Hecht“
von 1891 bis 1911 in ihrer ursprünglichen Form, am Platz 7 – heute Marienplatz
37 (Ecke Marienplatz/Bachstraße – Deutsche Bank) bevor sie 1911 den Namen „Zum
goldenen Hecht“ führte, und in der Eisenbahnstraße 2 niedergelassen war.
4) Mit
freundlicher Genehmigung der Enkelin des Verfassers, Monika Kettnaker geb.
Arnegger, die die Texte Ihres Großvaters in Reinschrift übertragen hat.
Verfasser: Guido Köberle, Dorfgemeinschaft Oberhofen e. V.

Im Jahre 1890 zog die Weißenauer Schule wegen der Errichtung eines Krankenhauses aus dem Konventgebäude aus. Im ehemaligen Waschhaus beim Torgebäude entstand ein neuer Schulsaal für 73 Kinder sowie eine Lehrerwohnung. Bereits 20 Jahre später musste wegen der steigenden Schülerzahlen erneut umgebaut werden – die Lehrerwohnung wurde ein zweiter Schulsaal für 66 Kinder und im Dachgeschoß entstanden zwei neue Lehrerwohnungen. Von nun an war die Schule zweiklassig. Elektrische Beleuchtung im Schulhaus gab es übrigens erst ab 1919.
Als die Schule 1933 dann dreiklassig wurde, war das ehemalige Waschhaus endgültig zu klein und die Gemeinde musste sich eine neue Lösung überlegen. Kurzerhand wurden Räumlichkeiten im benachbarten Gasthaus "Sternen" angemietet. Ab 1951 war die Schule bereits fünfklassig – nun wurden Räume im Forstamtgebäude genutzt.
Das heutige Schulgebäude der Grundschule Weißenau wurde im Jahr 1966 eingeweiht Es war nach heftigem Standortstreit auf dem Gelände des klösterlichen Bauernhofes errichtet worden. Seitdem wurde das Gebäude kontinuierlich modernisiert und erweitert. Mittlerweile nimmt allein der Hort vier Klassenräume im Nebengebäude ein.

Quellen:
Homepage der Grundschule Weißenau www.grundschule-weissenau.de
Weißenauer Blätter, 1. Ausgabe 2008 (Herber Mayer)
Die Sammlung Josef Zittrell (1877 – 1949) des Stadtarchives Ravensburg (1) enthält einen Zeitungsartikel zur St. Georgskapelle in Untereschach, der auf das ursprüngliche Siechenhaus hinweist. Darin heißt es:
„Das Kirchlein, ursprünglich eine sog. Siechenkapelle, hat wohl im Laufe der Jahrhunderte manche Wandlung mitgemacht. Als vor dem 30jährigen Krieg das Dörflein Untereschach abbrannte, hat die Kapelle wohl auch dasselbe Schicksal ereilt. Es wurde in einfachem Stil wieder aufgebaut, 1616 von Weihbischof Merzel in Konstanz eingeweiht“.
Der Chronist Josef Arnegger (1869 - 1959) schreibt zum „Armenhaus“ (2), auch Siechen- und Leprosenhaus genannt, folgendes:
„Im 16. Jahrhundert wurde Erkrankten aus den Oberamtsbezirken Ravensburg und Tettnang zur Weissenauer-Landschaft gehörigen Bezirke Oberteuringen, Altdorf, Eisenbach und Senglingen von dem Besitzer des Gutes Krebsbach und dem Verband Oberhofen das Siechenhaus erbaut. Dieses stand ursprünglich bei der Georgskapelle in Untereschach, wo auch der Platz um die Kapelle als Friedhof diente. In welchem Jahr das Siechenhaus in Oberhofen erbaut wurde, ist nicht mehr feststellbar. Es wird das 16. Jahrhundert genannt. Sein Beschrieb lautet: Geb. Nr. 83, 2 a 16 qm, ein einstockiges Haus, 2 Abteilungen von Holz und geriegelt mit gedröhntem Keller und Ziegeldach mit Pumpbrunnen. Es stand zwischen Oberhofen und Untereschach über dem heutigen Anwesen von Lauber. Für die Armenpflege war in Oberhofen eine eigene Verwaltung eingeführt, die sogenannte Sondersiechenpflege. Ihre Entstehung kann nicht mehr nachgewiesen werden, doch gehen Urkunden bis zum Jahre 1590 zurück. Die Sondersiechenpflege stand unter der Verwaltung von zwei Geistlichen des Klosters Weissenau. Ihr Vermögen betrug im Jahre 1601 – 1040 fl (3). Im Jahre 1873, wo sie von der Gemeinde Eschach übernommen wurde, 6300 fl.
Da im Laufe der Zeit Aussatz und Pest aufhörten, bestand kein Interesse mehr für das Siechenhaus. So wurde es im Jahre 1828 von der Gemeinde Eschach um 625 Gulden erworben. Auf Verlangen des Oberamts wurde schon 1828 in diesem Haus der Ortsarrest eingerichtet. 1901 war die Zahl der Insassen ganz gering, das Haus aber wurde baufällig, weshalb es von der Gemeinde abgebrochen wurde. 1929 ging der Platz durch Kauf an Josef Lauber über. Der Quadratmeter kostete damals 2,85 M.
Als Ersatz für das abgebrochene Armenhaus kaufte die Gemeinde 1901 das Gebäude Nr. 64 in Oberhofen. Durch Beschluss des Gemeinderats wurde dieses Gebäude 1919 an Amtsdiener Franz Birk verkauft. Das Armenhaus war das erste unbewegliche Eigentum, das die Gemeinde für sich erworben hat. Als nächste Gebäude wurden die beiden Zehntscheuern in Obereschach und Gornhofen gekauft, die in Schulen umgebaut wurden.“ Soweit die Ausführungen des Chronisten.
In seiner Beschreibung der Anwesen und Häuser in Oberhofen hat der Josef Arnegger (1869 - 1959) folgendes ausgeführt:
„Schneidermeister Lauber hat den Platz 1929 von der Gemeinde gekauft, wo früher das Armenhaus gestanden ist. Da wohnten arme Familien, die nicht viel Miete bezahlen konnten. Vorher war dieses Haus ein Siechenhaus. Es hatte nämlich eine große Seuche (ansteckende Krankheit) in der Gemeinde gehaust und diese Kranken wurden alle in dieses Haus gebracht. Es sind sehr viele an dieser Krankheit gestorben. Sie wurden dann um die Kapelle in Untereschach begraben, wo für diese Toten ein eigener Gottesacker angelegt wurde“.
Der Chronist führt weiter aus, dass vom Jahr 1688 bis 1887 zur Georgskapelle in Untereschach ein 1/8 Morgen (394 m²) großes Rebgrundstück in der „Unteren Halden“ (in Oberhofen) gehörte. Da sich für dasselbe wegen schlechter Weingabe kein Pachtliebhaber mehr fand, wurde es am 31.10. 1887 an Florian Dietenberger in Untereschach um 350 Mark verkauft. Der Kaufpreis wurde zum Grundstock der Armenpflege geschlagen.
In den Unterlagen der Dorfgemeinschaft Oberhofen e.V. befindet sich eine Kopie des Stiftungsprotokolls „Armenhaus Oberhofen - Stiftungs-Protokoll-Buch vom 16. Septbr. 1838“.
Die oberamtsärztliche Visitation der Gemeinde Eschach (4) am 17.und 18. August 1898 ergab unter Punkt III zum örtlichen Armen- und Krankenhaus folgende Aussagen: „In dem 4 heizbare Zimmer und 14 Kammern enthaltenen Armenhaus sind derzeit blos 6 Personen untergebracht, darunter nur 2 Arme. Es ist ein completes Krankenbett vorhanden und kann jederzeit ein heizbares Zimmer benützt werden. Der Pumpbrunnen am Armenhause ist neu hergerichtet und liefert gutes Wasser. Die beiden im Armenhaus aufgenommenen Personen, von denen eine als schwachsinnig bezeichnet wird, verhalten sich ruhig. Das örtliche Gefängnis befindet sich im Armenhause. Es fehlt ein Leintuch und ist anzuschaffen“.
Nach der oberamtsärztlichen Visitation im Donau-Kreis, Oberamt Ravensburg, für die Gemeinde Eschach vom 23. September 1904 (2249 Einwohner und 266 Wohngebäude) wurden unter der laufenden Nummer III zum Armenhaus in Oberhofen keine Ausführungen mehr gemacht und mit einer „0“ vermerkt (4).
Somit durfte das Kapitel Siechen- und Armenhaus in Oberhofen zu diesem Zeitpunkt als abgeschlossen angesehen werden.
Die
erste Darstellung des Siechenhauses findet sich in einer Karte des 17.
Jahrhunderts, wobei das Siechenhaus dort als Gebäude dargestellt ist.
In der
späteren „Charte von Schwaben“ (1808) ist an der Stelle, an der das Siechenhaus
stand, der Schriftzug „Siechenhaus“ enthalten (5)

In der
Urkarte von 1825 ist das Siechenhaus im Lageplan dargestellt (5). Es lag im
Zwickel zwischen der Abzweigung Tettnanger Straße / Untereschacher Straße,
nördlich des angrenzenden „Siechenbaches“, dessen Name wohl auf die Nutzung des
Gebäudes zurückgehen dürfte (ursprünglicher Name „Krebsbach“).

In der
topographischen Karte 8223-Ravensburg des Jahres 1938 ist das Armen- und
Siechenhaus nicht mehr verzeichnet.
In der
Karte von dem Königreiche Württemberg von 1834 ist bei Oberhofen ebenfalls der
Schriftzug „Siechenhaus“ enthalten (6).
1)
Stadtarchiv Ravensburg, S 03/01 Sammlung Josef
Zittrell, Mappe 16, Meine Heimat in Bildern
2) Mit
freundlicher Genehmigung der Enkelin des Verfassers, Monika Kettnaker geb.
Arnegger, die die Texte Ihres Großvaters in Reinschrift übertragen hat.
3)
fl – Abkürzung für Florentiner als
Währungsbezeichnung, jedoch in Gulden ausgedrückt
4)
Kreisarchiv Ravensburg, Az 113-044.315. 25-fk –
Medizinalvisitation der Gemeinde Eschach – Aktenzeichen 500.6 für die Jahre
1898 und 1904 zum Armenhaus in Oberhofen – Dank für die Genehmigung durch Herrn
Falk vom 09.07.1998
5) Landesamt
für Geoinformation und Landentwicklung Baden-Württemberg, Geobasisdaten ©
LGL (www.lgl-bw.de) Charte von Schwaben von 1808 sowie erste amtliche
Flurkarte von Baden-Württemberg aus dem Jahre 1825 – Blatt 8223-Ravensburg –
Flurkarte von Oberhofen, Originalmaßstab 1:2.500 mit Genehmigung von 02.2026
6) Karte
von dem Königreiche Württemberg (1834) nach der neuen Landvermessung im Maßstabe
1:50.000, von dem K. Statistisch topographischen Bureau – Blatt 51 (Bl. XI);
Landesvermessungsamt Baden-Württemberg, Stuttgart 1983 – alle Urheberrechte
vorbehalten.
Verfasser: Guido Köberle, Dorfgemeinschaft Oberhofen e. V.
Aus dem Protokoll der Martini-Rechnung zu Oberhofen (1) des Jahres 1899 geht hervor, dass die Dorfgemeinde Oberhofen, aus dem Nachlass der verstorbenen Josefa Marschall von Kemmerlang, die Parzelle No. 1640, 39 ar 47 qm Wiese, das Oberwiesle im Jahr 1898 bei der Brunnenstube für 400 Mark erworben hat. Der Ankauf dieses Grundstücks erfolgte lediglich, um der Ortsgemeinde Oberhofen das Quellwasser für die Zukunft zu sichern. Aus dem Quellgeiet wird auch das durch das Dorf führende „Siechenbächle“ gespeist. Sogleich meldete die Stadt Ravensburg ihr Interesse an. Sie wolle das Wasser, das einen Wert von 30.000 Mark hätte, ankaufen. Als weitere Interessenten an dem Wasser traten die Wasserwerksbesitzer von Ravensburg auf den Plan. Bürgermeister Fidel Berger erkannte die Gefahr und strebte den Erwerb weiterer Flurstücke an, die zum Einzugsgebiet der Quellen zählten und großteils bewaldet waren. Allein das K. Revieramt Weissenau konnte die Ansinnen der Interessenten an dem Wasser nicht befriedigen, ebenso das K. Forstamt zu Weingarten. Die Anträge auf käuflichen Erwerb oder Pacht der Flurstücke wurden abgelehnt. So befand sich die Dorfgemeinde Oberhofen nur im Besitz einer Teilfläche der Grundstücke, auf denen das „Siechenbächle“ entsprang. Weiter wurde im Protokoll der Martini-Rechnung vermerkt, dass auch das K. Forstamt mit seinem anderen Teil nichts beginnen konnte. Wie sich die Angelegenheit geklärt hat, ist dem folgenden Bericht im Oberschwäbischen Anzeiger, dem Amtsblatt für das Oberamt Ravensburg zu entnehmen, in dem dargelegt ist, dass der Bau der Wasserleitung für die Gemeinde Eschach in den Jahren 1903 bis 1907 (2) einen wesentlichen Fortschritt brachte und am 15. Juli 1904 eingeweiht wurde.
Aus dem Oberamtsbezirk (3) berichtet der Oberschwäbische Anzeiger:
„Eschach, 15. Juli. Heute früh 5 Uhr kündigten Böllersalven der Einwohnerschaft ein ungewöhnliches Ereignis an. Die glückliche Vollendung der in allweg gelungenen gemeinsamen Quellwasserversorgung der K. Heilanstalt Weissenau und der hiesigen Gemeinde fand in einem kleinen Wasserfeste ihren würdigen Abschluss. Dasselbe wurde eingeleitet mit einem Dankgottesdienst in der Pfarrkirche in Obereschach. Um 8 Uhr früh fuhren 7 Chaisen (4) zum Bahnhofe Ravensburg, um die von auswärts angekommenen Festgäste abzuholen. Dieselben wurden beim Rathause in Oberhofen von der gesamten Einwohnerschaft mit herrlichen Weisen der Erb’schen Musikkapelle daselbst begrüßt“.
Eingefunden hatten sich u.a. der Vorstand des K. Medizinalkollegiums Präsident von Restle, Oberbaurat Gsell, Bergrat Herzog von Wasseralfingen, die Beamten der K. Heilanstalt Weissenau – an ihrer Spitze Med.-Rat Dr. Rant, Regierungsrat Hänle, Landgerichtsrat v. Wider, Med. Rat Dr. Essig, Baurat Weiss und Landtagsabgeordneter Schlichte. Alsbald trat der große Festzug den Weg gegen Kemmerlang an. Oberhalb dieses Ortes befindet sich nördlich, östlich und südlich umsäumt von steil ansteigendem Hinterlande von gewaltiger Ausdehnung ein Talkessel, aus welchem Wasser in außerordentlich reicher Weise hervorsprudelte – es ist das Bett des Mostbrunnens.
Durch die Benützung einer günstigen Gelegenheit kam die Gemeinde Eschach im Jahre 1898 in das Eigentum eines Teiles dieses Quellgebiets, auf das auch schon aus der Nachbarstadt Ravensburg aus das Augenmerk gerichtet war. Der andere Teil der Quellen war im Besitze der Staatsforstverwaltung. Nach mehrfachen Verhandlungen einigten sich Stadt und Gemeinde dahin, eine gemeinsame Quellwasserversorgung herzustellen, und es ist dieses Werk jetzt glücklich und für beide Teile zufriedenstellend vollbracht. An der südwestlichen Ecke des Staatswaldes Schwendi befindet sich die Quellenstube, in der sämtliches von Norden, Osten und Süden herkommendes Wasser gesammelt ist. Die Menge desselben beträgt rund 22 Liter in der Sekunde oder 1 900 800 Liter am Tage. Von der Quellenstube aus wird das Wasser in 200 mm weiten gusseisernen Röhren mit natürlichem Drucke in das auf steiler Höhe an der Südspitze des Staatswaldes Weiherholz erbaute Reservoir geführt – auf dem Wege dahin schon die Bedürfnisse der Parzelle Kemmerlang stillend. – Dieses teilt sich in 2 Kammern mit je 10000 l Gehalt, die eine derselben ist im Eigentum des Staates, die andere in demjenigen der Gemeinde. Die Staatshälfte hat Anspruch auf 5 ½ Sekundenliter Wasser und bringt dasselbe in 125 mm weiten Röhren zu Tal nach der Kgl. Heilanstalt Weissenau und der dazugehörigen Kolonie Rahlen. Unterwegs sind die Orte Hüttenberg, Torkenweiler, Weingartshof und Weissenau mit diesem köstlichen Naß versorgt und gibt denselben die Staatsleitung 1 ½ Sekundenliter ab. Der Vorratskammer der Gemeinde kommt der Rest des Wasserquantums zu. Derselbe ist in 150 mm Röhren der Parzelle Oberhofen zugeleitet und verzweigt sich von hier aus nach den Parzellen Ober Eschach, Unter Eschach, Karrer, Lachen, Aich und Weiherstobel, die Weite der Deichel bis zu 70 mm einen jed. Die Güte des Wassers ist eine ausgezeichnete. Der natürliche Druck desselben steigt bis auf 115 m an.
Die Festteilnehmer unterwarfen Hochreservoir und Quellenfassung einer eingehenden Besichtigung und ließen sich das kühle Wasser an beiden Einrichtungen wohl schmecken. Auf der „Post“ in Kemmerlang wurde ein Frühschoppen eingenommen, wobei der gute „Mohren“ Bock vortrefflich mundete. Nachher fand in Oberhofen Probe der Hydranten statt, bei der 4 Strahlröhren zu gleicher Zeit in Tätigkeit traten. Dieselben funktionierten tadellos, so dass nach wenigen Augenblicken das Wasser in Strömen daher floß“.

Das
nun folgende Mittagessen im Bräuhäusle in Obereschach war von mehr als 100
Personen besucht und machte der Besitzerin des Gasthofes alle Ehre. Schultheiß
Berger brachte den Festgästen den Willkommensgruß der bürgerlichen Kollegien
und der ganzen Gemeinde dar. Pfarrer Baier toastete auf Seine Majestät König
Wilhelm II. Präsident von Restle drückte dem Ortsvorsteher und den Kollegien im
Namen der Staatsregierung die Glückwünsche zu der wirklich gelungenen
Ausführung des großartigen Unternehmens aus und überbrachte Grüße Seiner Exzellenz,
des Herrn Staatsministers des Innern Dr. v. Pischek, der den zugedachten Besuch
wegen Geschäftsüberhäufung und Unwohlseins nicht zur Tat werden lassen konnte.
Weiter betonte der gewandte Redner, dass noch vor kurzer Zeit Staat und
Gemeinde als Gegner gegenüber gestanden, dass es ihm aber dank des
gegenseitigen Entgegenkommens gelungen sei, ein beide Teile befriedigendes
Übereinkommen herzustellen. Schultheiß Berger verehrte in dem Präsidenten v.
Restle den Vater, in der Person des Oberbaurats Gsell, der die Oberleitung des
Ganzen übertragen war, die Mutter des Werkes und gedachte sämtlicher Faktoren,
welche zum Gelingen desselben beigetragen. Die bürgerlichen Kollegien haben in
Anerkennung der hervorragenden Verdienste, die sich Präsident v. Restle und
Oberbaurat Gsell in Stuttgart in der Sache erworben haben, diesen beiden Herren
einstimmig das Ehrenbürgerrecht verliehen; der Ortsvorsteher überreichte jedem
der beiden Ausgezeichneten einen von Zeichenlehrer Knaisch in Ravensburg in
wirklich künstlerischer Weise ausgeführten Ehrenbürgerbrief. In das von dem
Schultheissen auf die Gefeierten ausgebrachte Hoch stimmte die Versammlung
begeistert ein. Dieselben dankten sichtlich gerührt für die ihnen gewordene
Auszeichnung. Landgerichtsrat v. Wider und Regierungsrat Hänle tranken in
warmen Worten auf Gedeihen und Blühen der Gemeinde. Mehrere humoristische Reden
folgten. Das Fest wurde durch das Mitwirken der Musikgesellschaft Oberhofen und
der Sängerabteilung des Kriegervereins Weissenau, welche sich beide ihrer
Aufgaben mit Meisterschaft entledigten, wesentlich verschönert. Erst in später
Abendstunde trennte sich die Festversammlung, die nur eine Stimme des Lobes ob
dem Geschehenen, Gehörten und Genossenen beherrschte.
Die
Röhrenlieferung hatte das Königliche Hüttenwerk Wasseralfingen übernommen und
wirklich vorzügliches Material in Verwendung gebracht. Die Grabarbeiten waren
Werkmeister A. Zimmermann übertragen und wurden zur Zufriedenheit der
Beteiligten beendigt. Die Aufsicht lag Seitens der Gemeinde in den Händen des
Zivilingenieurs Lohr in Ravensburg. Derselbe ist aber während der Ausführung
des Unternehmens vom Tode ereilt und das Werk von dessen Witwe vollendet
worden. Staatlicherseits stand das Werk unter Leitung des Baurats Weiß unter
getreuer Mitwirkung des Bauamtwerkmeisters Seibold. Zu dem Unternehmen waren
rund 22000 m gußeiserne Röhren erforderlich. Dasselbe verursachte der Gemeinde
einen Aufwand von 70 000 M., dem Staat einen solchen von ca. 80 000 Mk. Außerdem
trat letzterer der Gemeinde das Schulhaus in Weissenau samt 3 ar 41 qm
Turnplatz bei demselben und 41 ar 62 qm Wald unentgeltlich ab; 158 Familien
sind an den Hochdruck angeschlossen und nur 6 sind dem Unternehmen fern
geblieben. Im Brandfall werden 77 Hydranten dem Feuer Einhalt gebieten. Zur
Bestreitung des Aufwandes wird ein Anlehen aufgenommen, das in 50 Jahren
amortisiert wird. Es ist deshalb der Wasserzins, der zur Erhebung gelangen
wird, ein keineswegs hoher. Möge nun das große Unternehmen, das seine
Durchführung dem friedlichen Einvernehmen zwischen Staat und Gemeinde verdankt,
den beteiligten Kreisen in sanitärer und wirtschaftlicher Richtung zum Wohl und
Segen gereichen und möge das Werk diejenigen, die dasselbe unter teilweise
überaus großen Schwierigkeiten zur Vollendung gebracht, auch noch in späteren Dezennien
(6) und unter kommenden Generationen loben“.
Bei
Bauarbeiten ist im Jahre 2012 zwischen Oberhofen und Obereschach, auf einem
Grundstück von Helmut Bröhm, in einer Tiefe von ca. 3 m ein Deichel, Teil einer
Holzwasserleitung freigelegt worden (Foto), der Einblick in die
Wasserversorgung vergangener Jahrhunderte gibt (7). Der Deichel hat eine Länge
von 2,90 m, einen Außendurchmesser von 17 cm sowie eine Bohrung mit einem
Durchmesser von 7 cm. Das Verbindungsblech zum nächsten Deichel hat einen
Durchmesser von 12 cm.

(1) Guido
Köberle/Georg Vogler – 150 Jahre Martini-Rechnung Oberhofen – 1842 – 1992 - ausführliche
Darstellung s. Kapitel „Wasserrechte“ Seite 127
(2) 170
Jahre Gemeinde/Ortschaft Eschach – Veröffentlichung der Ortschaft Eschach/Herbert
Mayer, September 1996 - Bau der Wasserleitung für die Gemeinde Eschach in
mehreren Abschnitten in den Jahren 1903 bis 1907
(3)
Stadtarchiv Ravensburg, Oberschwäbischer
Anzeiger, Amtsblatt für das Oberamt Ravensburg, Ravensburger Tagblatt – 101.
Jahrgang, Dienstag,19. Juli 1904
(4) Chaisen
= Schesen – Kutschen
(5)
Dorfgemeinschaft Oberhofen e.V. - Bilder aus der Dorfgeschichte von 1900 – 1965 Band 1 Seite 23 – Foto: Paul Lauber – Korrektur der Jahreszahl von
1908 auf 1904
(6) Dezennien
= Jahrzehnte
(7) Die Schwäbische Zeitung hat in ihrer Ausgabe vom
14.08.2012 ausführlich über den Fund berichtet – s. hierzu auch die
Ausführungen von Frau Falk, Stadtarchiv Ravensburg.
Verfasser:
Guido Köberle, Dorfgemeinschaft Oberhofen e. V.
Institutionen aus der Ortschaft berichten über Menschen aus ihrer Mitte. Demnächst werden Sie hier die ersten Geschichten lesen können.
Der Musikverein Sternberg Weißenau e. V., blickt auf eine
lange und traditionsreiche Geschichte zurück: Bereits seit 1844 prägen die
Mitglieder das musikalische Leben in der Region. Somit zählen "die
Sternberger" zu den ältesten Musikvereinen der Umgebung. Ganz und gar
nicht altmodisch ist hingegen der musikalische Stil. Das Repertoire reicht von
traditionellen Märschen und Polkas über abwechslungsreiche Medleys bis hin zu
modernen Popsongs mit Gesang – hier ist garantiert für jeden Geschmack etwas
dabei.
Diese musikalische Vielfalt spiegelt sich auch in der
aktiven Musikerschaft wider. Menschen aller Altersgruppen musizieren bei uns
gemeinsam mit großer Freude, Engagement und Zusammenhalt. Neue Mitglieder sind
jederzeit herzlich willkommen – ganz gleich, ob Anfänger oder Profi, jung oder
alt. In der Sternbergfamilie findet jeder seinen Platz.
Zentrale Anlaufstelle des Vereins ist das Probelokal in
Weißenau, in dem jeden Dienstag Proben stattfinden. Neben der Begeisterung für
die Blasmusik steht vor allem ein starkes Gemeinschaftsgefühl im Mittelpunkt.
Diese Werte werden unter anderen beim jährlichen Wunschkonzert am ersten
Adventswochenende erlebbar.
Seit Jahrzehnten sind die Weißenauer Musikerinnen und
Musiker ein fester Bestandteil der Gemeinde und der Ortschaft und begleiten
zahlreiche Feste sowie kirchliche und kulturelle Veranstaltungen. Denn eines
ist sicher: Ohne Musik wäre vieles nur halb so schön.
Ein besonderes Anliegen ist den Musikbegeisterten zudem die
Förderung der Jugendarbeit. Die engagierten Jugendleiter begleiten Kinder und
Jugendliche von den ersten musikalischen Schritten über das Musicolo und die
Jugendkapelle bis hin zum Einstieg in den Musikverein Sternberg.
Kontaktmöglichkeiten finden Sie auf der Homepage mv-sternberg.de oder
persönlich jeden Dienstag im Probelokal (An der Bleicherei 1, 88214
Ravensburg). Weitere Einblicke in das lebendige Vereinsleben gibt es außerdem
auf dem offiziellen Instagram-Account.
Der Musikverein Obereschach, ist ein traditionsreicher und zugleich moderner Verein mit rund 80 aktiven Musikerinnen und Musikern. Die Wurzeln reichen bis ins Jahr 1921 zurück, als der Verein ursprünglich unter dem Namen Musikverein Eschach-Liebenau gegründet wurde. Seit über einem Jahrhundert prägt der Verein das kulturelle Leben unserer Heimatgemeinde Obereschach.
Der Musikverein Obereschach steht für musikalische Vielfalt, Gemeinschaft und Traditionsbewusstsein. Neben der Pflege der Blasmusik wird großen Wert auf Kameradschaft, die Förderung junger Talente und die Weitergabe unserer musikalischen Leidenschaft an die nächste Generation gelegt. Durch die Kombination aus traditioneller Tracht, moderner Interpretation und musikalischer Qualität sind die Musikerinnen und Musiker ein fester Bestandteil des kulturellen Lebens in der Region.
Zwei Höhepunkte prägen jedes Vereinsjahr besonders: Das beliebte Rettichfest an Pfingsten, das der Musikverein Obereschach als Gastgeber selbst organisieren und das zahlreiche Besucherinnen und Besucher aus Nah und Fern anzieht, sowie das festliche Weihnachts-Wunschkonzert am 1. Weihnachtsfeiertag, das für viele zum musikalischen Höhepunkt der Feiertage geworden ist. Diese Veranstaltungen spiegeln wider, was den Verein ausmacht – Musik, Gemeinschaft und gelebte Tradition.
Ob auf Konzerten, Festen oder kirchlichen Feiern – der Musikverein Obereschach steht für musikalische Qualität, Engagement und Herzlichkeit. Die Vereinsmitglieder freuen sich über jedes neue Mitglied und jede Unterstützung, die dazu beiträgt, die langjährige Tradition lebendig zu halten und weiterzuführen.
Stolz sind die musikbegeisteren Obereschacher auf die Jugend mit der Jugendkapelle „Tonstark“ und dem Vororchester der Jugendkapelle, dem „Musicolo, die Jugendliche und Musiker aus dem Musikvereinen Obereschach, Gornhofen, Sternberg Weissenau und St. Christina verbindet. Neben Auftritten wie Vereinsfesten und Konzerten der 4 Musikvereine, verbindet die Jugendliche verschiedene Ausflüge, Hüttenaufenthalte und gemeinsame Treffen.
Weitere Informationen bietet die Homepage www.musikverein-obereschach.de. Interessierte dürfen sich gerne an unsere Vorstände wenden, am besten über E-Mail: vorstand(at)musikverein-obereschach.de
Neue Mitglieder sind immer willkommen, egal ob als aktiver Musiker oder passiver Unterstützer.
Mitten in der Ortsmitte von Oberhofen ist seit vielen Jahren
ein lebendiger Treffpunkt für Jung und Alt entstanden: das Familienzentrum
Lukas. Gegründet wurde es bereits 2013 aus dem Kinderhaus heraus und hat sich
seither zu einer wichtigen Anlaufstelle für Familien und alle Generationen
entwickelt. Träger des Familienzentrums ist die Diakonie Oberschwaben Allgäu
Bodensee, die mit viel Engagement und Fachkompetenz hinter dem vielfältigen
Angebot steht.
Ein fester Bestandteil des Programms ist die Eltern-Kind-Gruppe
„Milchzeit Miteinander“, die jeden Donnerstag von 10 bis 11.30 Uhr
stattfindet. Eltern mit Kindern im ersten Lebensjahr finden hier Raum für
Gespräche über die kleinen und großen Herausforderungen des Familienalltags,
können Erfahrungen teilen und neue Kontakte knüpfen.
Für Familien mit etwas älteren Kindern gibt es dienstags von
9.15 bis 11 Uhr die Eltern-Kind-Gruppe „Dorfspatzen“ für Kinder von
ein bis drei Jahren. Gemeinsames Basteln, Singspiele und Zeit zum Austausch
machen diesen Vormittag zu einem beliebten Treffpunkt für Eltern und Kinder.
Musikalisch wird es beim Angebot „Singen mit den
Lukas-Kids“ für Kinder im Alter von vier bis acht Jahren. Dieser besondere
Kinderchor verbindet Singen mit Body Percussion und Gebärdenelementen und wird
von Ukulele und Klavier begleitet. Das Angebot findet zweimal jährlich in
Blockform statt – im Frühjahr sowie im Herbst – und endet stimmungsvoll mit
einem gemeinsamen Adventssingen.
Ein generationenübergreifendes Highlight sind die Angebote „Bank
der Begegnung und Bürgerbus“, die im zweiwöchigen Wechsel stattfinden.
Während der Bürgerbus abwechslungsreiche Ausflüge für alle Altersgruppen
organisiert, lädt die Bank der Begegnung im Gemeinderaum des Familienzentrums
zu kreativem Gestalten, Musizieren und gemütlichem Beisammensein ein. Hier
steht vor allem eines im Mittelpunkt: Gemeinschaft und Austausch.
Darüber hinaus ist das Familienzentrum Lukas eine wichtige Anlaufstelle
für alle Anliegen. Bei Bedarf werden Besucherinnen und Besucher an passende
Fachstellen weitervermittelt. In enger Kooperation mit der
Diakonie-Beratungsstelle erhalten Familien kompetente Unterstützung und
Beratung.
Auch in den Schulferien ist im Familienzentrum einiges
geboten. Das Projekt „Ferienkoffer“, wird gemeinsam mit dem
interkulturellen Familienzentrum MOMOs WELT und dem Familientreff Ravensburg
umgesetzt. Familien können kostenlos einen Koffer voller Spiel- und Bastelideen,
Bücher, Spiele, Rezepte und Informationen zu Veranstaltungen und Ausflugstipps
in der Region ausleihen – ein komplettes Wochenprogramm für abwechslungsreiche
Ferientage.
Ergänzend wird in den Schulferien die „Ferienzeit im FAZ“
angeboten, bei dem die Vormittage in den Ferien mit spannenden Aktionen gefüllt
sind – mal im Familienzentrum, mal draußen auf Spielplätzen.
Das Familienzentrum Lukas zeigt eindrucksvoll, wie ein Ort
der Offenheit, Unterstützung und Begegnung das Miteinander im Ort bereichern
kann – für Familien und für alle Generationen. Nur durch Mitgestaltung, Ideen
und Engagement kann das Familienzentrum lebendig bleiben. Wer Ideen hat oder
sich einbringen möchte, ist herzlich eingeladen sich bei der Leitung des
Familienzentrums Lukas zu melden.
Montag, Dienstag und Mittwoch von 9 bis 12.30 Uhr im FAZ-Büro
Donnerstag von 8.30 bis 12.30 Uhr im Kinderhaus-Büro
Freitag von 9 bis 12.30 Uhr telefonisch und per E-Mail
0751 95223142 oder 0160 3102351
faz-lukas(at)diakonie-oab.de
Aktuelle Informationen finden Sie auf der Homepage des Familienzentrums Lukas oder auf Instagram (Ev. Familienzentrum Lukas).
Im Nachhall des bedeutenden Chorfestes des Schwäbischen Sängerbundes im Jahre 1904 in Ravensburg gründeten 23 Sänger 1919 den Sängerbund Eschach-Liebenau. Als Sängerbund Obereschach zeigte er sich eifrig bei örtlichen Anlässen und den Kreisliederfesten. Zur Neugründung 1950 des Liederkranz Eschach-Gornhofen trafen 40 Sänger aus den Ortsteilen zusammen. Rührige Vorstände und kreative Dirigenten sorgten mit Gemeinschaftskonzerten und vielseitiger Chormusik für Ansehen weit über die Örtlichkeit hinaus. Das führte 1973 zum Namen Männerchor Eschach, dessen 45 Sänger begeisternde Auftritte im öffentlichen Leben der Gemeinde und Kirche und erfolgreiche Wunschkonzerte aufführten. Mit den Chören der Partnerstädte Coswig und Aberdare fanden großartige Konzerte statt.
In der Gemeinde betrieb der Männerchor über viele Jahre die Papier-, Glas-, und Eisensammlung. Auch kameradschaftliche Erlebnisse, ob Ausflüge oder eigene Sängerfeste, füllten das Vereinsgeschehen aus.
Neben der Pflege der Kameradschaft liegt heute der Schwerpunkt bei der musikalischen Gestaltung von Gottesdiensten und Auftritten in den Bruderhäusern und anderen Einrichtungen.
Wenn wir Ihr Interesse geweckt haben und Sie Freude am Mitsingen in einem Männerchor hätten, würden wir uns sehr auf Sie freuen.
Kontakt: Heinz Mrosek, Josef-Wilhelm-Straße 30, 88074 Meckenbeuren
Der TSV Eschach ist ein gemeinnütziger Breitensportverein, der 1966 von G. Heinke gegründet wurde. Seitdem verbindet der Verein Sport, Gemeinschaft und ehrenamtliches Engagement. Er ist inzwischen einer der größten Vereine im Sportverband Ravensburg und genießen einen guten Ruf.
Durch eine kontinuierliche Entwicklung im sportlichen Bereich – 1500 Mitglieder ,7 Sportarten – und dem Ausbau der Infrastruktur – Sportanlage mit diversen Sportmöglichkeiten, Turn- und Gymnastikhalle – ist die heutige Sportgemeinschaft im Süden von Ravensburg entstanden. Der Schwerpunkt in den Abteilungen Fitness + Bewegung – Fußball – Tennis – Volleyball – Tischtennis - Badminton – Leichtathletik (Laufgruppe – Kinderleichtathletik) – ist die Jugendarbeit.
Auch das im Zentrum stehende Vereinsheim mit Umkleidekabinen und Gaststätte mit Kegelbahnen wurde ständig erweitert und umgebaut.
Nur durch vorbildliche Vereinsarbeit, großes Engagement, ein gutes Miteinander und reichlich Spaß und Freude, war diese Entwicklung möglich. Die vielen Helferinnen und Helfer haben den TSV Eschach zu dem gemacht, was er heute ist. Ein lebendiger Verein und Heimat für viele Sportbegeisterte.
Sport ist ein Teil der Lebenskultur und systemrelevant. Um diese fortsetzen zu können, werden laufend neue Mitglieder und ehrenamtliche Helfer benötigt. Der TSV Eschach ist auf Ihre Unterstützung angewiesen.
Weitere Informationen erhalten Sie über unsere Homepage www.tsv-eschach.de oder Tel. 0751 6528598.
Der Vorstand

Seit 1989 ist der Kulturkreis Eschach e. V. eine tragende Säule des kulturellen Lebens in der Ortschaft und lädt ein, Geschichte auf besondere Weise zu erleben. Im Mittelpunkt der Vereinsarbeit steht die barocke Klosteranlage Weißenau mit der 2023 zum Münster erhobenen Kirche St. Peter und Paul, einem der bedeutenden Kulturdenkmäler Oberschwabens.
Ziel des Kulturkreises ist es, dieses außergewöhnliche kulturelle Erbe nicht nur zu bewahren, sondern lebendig, verständlich und zugänglich zu machen. Die ehemalige Prämonstratenserreichsabtei Weißenau mit ihrer Architektur, ihrer Geschichte und ihrer spirituellen wie kulturellen Ausstrahlung bildet dabei den zentralen Bezugspunkt vieler Projekte.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Musik-
und Klangkultur des Münsters. Große Aufmerksamkeit erfährt derzeit das
umfangreiche Glockenprojekt, das die historische Vollständigkeit und klangliche
Qualität des Münstergeläuts wiederherstellt. Das Projekt steht unter der
Schirmherrschaft von Ministerpräsident Winfried Kretschmann und Bischof em. Dr.
Gebhard Fürst. Mit großem ehrenamtlichem Einsatz, fachlicher Expertise und
breiter Unterstützung aus der Bürgerschaft leistet der Kulturkreis hier einen
nachhaltigen Beitrag zur Bewahrung eines einzigartigen Kulturguts.
Einen besonderen Stellwert im Vereinsgeschehen
hat auch die große Denkmalorgel von Holzhey (1787). Konzerte mit
internationalen Künstlern sowie thematische Führungen machen dieses
musikalische Erbe für eine breite Öffentlichkeit erlebbar.
Geschichte versteht der Kulturkreis Eschach nicht
als Rückblick, sondern als Auftrag. Dies zeigte sich im Engagement rund um den
Bauernkrieg von 1525. Mit dem Bauernkriegsdenkmal (Stelenpark nördlich des
Münsters) und mit begleitenden Vorträgen, werden historische Zusammenhänge
anschaulich vermittelt.
Ein weiteres Beispiel für den Einsatz des
Kulturkreises ist die Mitwirkung am Theaterprojekt der Stefan-Rahl-Grundschule
Obereschach, bei dem Kinder Geschichte kreativ und altersgerecht erschließen
konnten.
Ein weiteres Stück Vereinsarbeit, das unsere
Geschichte für alle erlebbar macht, ist der historische Rundweg durch die
Klosteranlage Weißenau, der Besucherinnen und Besucher anhand von
Informationstafeln durch Historie, Architektur und Nutzung des Areals führt.
Der Kulturkreis begleitet diesen Rundweg inhaltlich und nutzt ihn als Grundlage
für Führungen. Ergänzt wird das Programm durch jährliche Kulturfahrten, die
gezielt zu Orten mit Bezug zur Weißenauer Geschichte, zur Barockkultur, zu den
Prämonstratensern sowie zu ehemaligen Besitzungen des Klosters Weißenau führen.
Diese Fahrten stellen regionale Geschichte in einen größeren kulturellen
Zusammenhang und erfreuen sich großer Beliebtheit.
Besonderen Wert legt der Kulturkreis Eschach e.
V. auf ein gutes Miteinander der Vereine und Institutionen der Ortschaft. In
enger Zusammenarbeit und gegenseitiger Unterstützung entstehen viele Projekte
gemeinsam.
Für die Ortschaft bedeutet die Arbeit des
Kulturkreises eine spürbare Bereicherung des gemeinschaftlichen Lebens. Kultur
wird nicht konsumiert, sondern gemeinsam gestaltet. Veranstaltungen des
Kulturkreises laden ein, stehen zu bleiben, zuzuhören, mitzudenken und
miteinander ins Gespräch zu kommen. Sie stärken die Identifikation mit dem Ort
und machen deutlich, wie vielfältig und lebendig Eschach ist.
Der Kulturkreis Eschach e. V. lebt vom Mitmachen. Wer sich für Kultur,
Geschichte, Organisation oder Projektarbeit interessiert – ob regelmäßig oder
punktuell – ist herzlich willkommen. Auch neue Ideen und Impulse sind
ausdrücklich erwünscht. Interessierte wenden sich an die Ortschaftsrätin Julia
Nordmann, Vorsitzende des Vereins, oder Dr. Ulrich Höflacher, den Programmchef
des Kulturkreises.
Die Seniorengemeinschaft Gornhofen wurde 1994 von Pfarrpensionär Karl Mohn ins Leben gerufen. Es war für ihn an der Zeit, auch für die Gornhofener Senioren einen Treffpunkt zu etablieren.
Seither gestalten die Verantwortlichen ein abwechslungsreiches Programm.
Einmal im Monat findet ein Nachmittag im Dorfgemeinschaftshaus Gornhofen
mit Vorträgen, Musik und vielem mehr statt. Das leibliche Wohl kommt dabei natürlich nicht zu kurz. Außerdem gibt es hin und wieder auch Wanderungen und Ausflüge.
Die Flyer mit dem jeweiligen Jahresprogramm liegen im Rathaus Oberhofen und in der Kirche in Gornhofen aus. Ebenso werden sie im Veranstaltungskalender der Ortschaft und im WIR veröffentlicht.
Seit 2016 wurde die Seniorengemeinschaft in Treffpunkt 60+ Gornhofen umbenannt. Nach wie vor handelt es sich um eine Gemeinschaft, die seit Jahrzehnten Begegnung, Austausch und Lebensfreude verbindet. Interessierte Senioren und Seniorinnen sowie Gäste aus der gesamten Ortschaft sind jederzeit herzlich zu den Veranstaltungen eingeladen.
Wenn Sie sich gerne in unserem Organisations-Team engagieren möchten,
sprechen Sie uns gerne bei einer Veranstaltung an oder nutzen Sie die Kontaktdaten auf unserem Flyer.
Seit jeher lebt das Dorf von engagierten Menschen und von einer aktiven Jugend. Im Jubiläumsjahr 2026 erinnert eine Serie im Amtsblatt bis zu den Feierlichkeiten im Juli an Vereine, die das Miteinander in den Ortsteilen stärken. Die Landjugend Gornhofen ist ein gutes Beispiel dafür.
Die Landjugend Gornhofen, wurden im Jahr 1976 gegründet und ist seitdem ein fester Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens in Gornhofen. Aktuell zählen sie rund 40 Mitglieder im Alter zwischen 15 und 30 Jahren.
Sie treffen sich jeden Mittwoch, um gemeinsam Zeit zu verbringen und verschiedene Aktivitäten zu unternehmen. Dazu gehören unter anderem Spieleabende, gemeinsame Ausflüge wie Thermenbesuche, Firmenführungen sowie weitere Freizeitangebote. Darüber hinaus besuchen sie an den Wochenenden gemeinsam Veranstaltungen in der näheren Umgebung. Im Mittelpunkt stehen für die Landjugend stets die Gemeinschaft und der Zusammenhalt innerhalb der Gruppe.
Ein besonderes Anliegen ist ihnen die aktive Mitgestaltung des Dorflebens. Jedes Jahr organisieren sie den Funken, stellen traditionell den Maibaum auf und veranstalten im Sommer ihr Fest „Yes We Peng“ in Obersulgen. Außerdem gehört ein gemeinsamer Hüttenaufenthalt und eine Weihnachtsfeier zu ihren festen Programmpunkten im Jahresverlauf.
Über ihr Vereinsleben informieren Sie regelmäßig über Instagram sowie im Amtsblatt der Gemeinde. Kontakt kann jederzeit über Instagram @lj.gornhofen oder per E-Mail vorstandljgornhofen(at)gmail.com aufgenommen werden.
Die Landjugend Gornhofen freut sich über Interesse an ihrem Verein und über neue Gesichter in Ihrer Gemeinschaft.
Treffsicher und gesellig geht es in Oberhofen zu: Der Schützenverein Edelweiß Oberhofen e. V. wurde 1958 gegründet und hat aktuell 79 Mitglieder. Das Schützenhaus befindet sich in Kemmerlang. Die Vereinsmitglieder treffen sich dort von September bis Mitte Mai immer am Mittwoch ab 19.30 Uhr. Auf einem zehn Meter langen Innen- und Außenschießstand kann ausschließlich mit Luftdruckwaffen trainiert werden. Anschließend trifft man sich im Aufenthaltsraum zum gemütlichen Austausch und zum Karten spielen. Über den Sommer findet der wöchentliche Vereinsabend jeden Mittwoch auf dem ebenfalls in Kemmerlang befindlichen Bogengelände statt. Wie der Name schon sagt, kann hier mit Pfeil und Bogen auf Zielscheiben geübt werden. Der gemütliche Teil des Abends findet im Anschluss bei einem gemeinsamen Grillen auf dem Bogengelände in wunderschöner Umgebung statt.
Das Engagement der Mitglieder geht weit über das eigene Vereinsleben hinaus. Regelmäßig beteiligt sich der Verein an den Veranstaltungen der Ortschaft Eschach wie die Dorfputzete im Frühjahr, mit dem Blumenschießwagen am Rettichfest in Oberhofen und dem Kinderfest in Obereschach sowie dem Martinimarkt der Dorfgemeinschaft Oberhofen. Auch bei der Feier 200 Jahre Eschach sind die Mitglieder des Schützenvereins Edelweiß vertreten.
Am Sonntag, den 5. Juli 2026 wird eine Wiese in Oberhofen oberhalb des Festgeländes zum Bogenschießareal. Als Teil des umfangreichen Mitmachangebots kann hier unter Anleitung der Vereinsmitglieder Bogenschießen ausprobiert werden.
Singen verbindet – das erlebt der Münsterchor St. Peter und Paul Weißenau seit vielen Jahren. Mit ihren Sängerinnen und Sängern gestalten sie regelmäßig die Gottesdienste im Kirchenjahr musikalisch mit und tragen so zu einer lebendigen und feierlichen Liturgie bei. Dabei ist es ihnen besonders wichtig, die Gemeinde aktiv einzubeziehen und Musik als gemeinsames Erlebnis erfahrbar zu machen.
Ihr Repertoire ist vielfältig und reicht von klassischen kirchenmusikalischen Werken über mehrstimmige Gesänge bis hin zum Neuen Geistlichen Liedgut. Ein besonderer Höhepunkt im Chorjahr ist der Festgottesdienst zum Magdalenenfest im Juli, bei dem sie regelmäßig größere Werke mit Solisten und Orchester zur Aufführung bringen.
Seit 2015 wird der Münsterchor von Erhard Andlauer aus Bad Waldsee-Reute geleitet. Im Jahr 2024 wurde er für sein über 50-jähriges Wirken in der Kirchenmusik zum Chordirektor DCV ernannt. Mit seiner Begeisterung für Musik und Liturgie bereichert er ihre Proben und Auftritte und inspiriert den Chor immer wieder neu.
Geprobt wird jeden Donnerstag von 20 bis 21.30 Uhr im Magdalenensaal in Weißenau. Neben der musikalischen Arbeit ist dem Chor die Gemeinschaft sehr wichtig – neue Sängerinnen und Sänger sind jederzeit herzlich willkommen. Notenkenntnisse sind hilfreich, aber keine Voraussetzung. Entscheidend ist die Freude am gemeinsamen Singen.
Wer Lust hat, Teil der Chorgemeinschaft zu werden, ist herzlich eingeladen, unverbindlich bei einer Probe vorbeizuschauen.
Kontakt:
Andrea Burkhardt, 1. Vorsitzende
Tel. 0751 61332
Instagram: muensterchor.weissenau
| Mo bis Do | 08 - 12 Uhr |
| Mo und Di | 14 - 16 Uhr |
| Do | 14 - 17.30 Uhr |