07.07.2026 | Werk bietet Grundlage für Denkmalschutz, Forschung und Stadtplanung
Der Archäologische Stadtkataster für
Ravensburg fasst die archäologische und stadtgeschichtliche Forschung zusammen und
soll
Planungssicherheit bei Bauprojekten bieten.
Das Landesamt für Denkmalpflege (LAD) im Regierungspräsidium Stuttgart und die Stadt
Ravensburg haben am Donnerstag, 2. Juli 2026,
im Ravensburger Waaghaus den neuen Archäologischen Stadtkataster für Ravensburg vorgestellt. Mitautorin Dr. Birgit
Kulessa (LAD) gab im
Rahmen eines Vortrags Einblicke in die Siedlungsgeschichte Ravensburgs.
Bereits im 19. Jahrhundert wurden in Ravensburg erste archäologische Funde in eisenzeitlichen Grabhügeln
bekannt. Um 1979/80 begann schließlich eine intensive Grabungs- und Dokumentationstätigkeit durch die damals neu etablierte Mittelalterarchäologie des LAD. Ravensburg wurde zu einem Schwerpunkt der Mittelalter- und Neuzeitarchäologie.
„Der Ravensburger Stadtkern blieb von den Zerstörungen durch größere Stadtbrände oder den
Dreißigjährigen Krieg weitgehend verschont und so blieben große
Teile der alten
Bebauung erhalten.
Wie umfangreich die mittelalterliche Bausubstanz
und die Erhaltung
archäologischer Befunde sind, verdeutlichen
die im Archäologischen Stadtkataster aufgeführten Untersuchungen“, sagte LAD-Präsident Prof. Dr. Claus Wolf bei der Buchpräsentation im Waaghaus.

Oberbürgermeister Dr. Daniel Rapp betonte: „In Ravensburg hat man schon früh den Wert der historischen Siedlungsstrukturen erkannt und versucht, sie für die Nachwelt zu erhalten. Der Archäologische Stadtkataster ist ein wichtiges Instrument, um das vielfältige archäologische Erbe der Stadt zu schützen und sorgt gleichzeitig für Planungssicherheit“.
Einblicke in die
Siedlungsgeschichte von Ravensburg gab Dr. Birgit Kulessa (LAD) mit ihrem Vor-trag „Grubenhaus – Fronhof – Fernhandelsmetropole:
Siedlungsentwicklung und Archäologie in Ravensburg“. Sie zeigte,
welche archäologischen Zeugnisse unter der Oberfläche der Stadt liegen,
und was sie für die Erforschung der frühen Stadt-
und Siedlungsgeschichte bedeuten.
Der Archäologische Stadtkataster bündelt den bisherigen Forschungsstand und legt die archäologisch
relevanten Bereiche innerhalb des historischen Stadtkerns von Ravensburg dar.
So kann er
bei der Aufstellung von Flächennutzungs- und Bebauungsplänen, projektierten Sanierungen von Stadtquartieren und individuellen Planungsvorhaben als qualifizierte Handreichung heran-gezogen werden. Über seine Funktion
als Instrument für Denkmalschutz und Stadtplanung hin-aus
soll der Band zu weiteren
historischen Forschungen anregen.
Finanziert wurde das Buchprojekt jeweils anteilig durch das LAD und die Stadt Ravensburg.
Autorinnen
Dr. Birgit Kulessa,
Landesamt für Denkmalpflege Baden-Württemberg
Dr. Beate Schmid,
Archäologin, ehem. Landesamt
für Denkmalpflege Baden-Württemberg
Dr. Dorothee Ade, Archäologin, IKU - Institut
für Kulturvermittlung GbR, Rottenburg
Der Band kann in der Stadt Ravensburg, im Museum Humpis-Quartier, bzw. über die Gesellschaft für Archäologie in Baden-Württemberg e.V. erworben werden.
Archäologischer
Stadtkataster Baden-Württemberg, Band 44. Herausgegeben vom Landesamt für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart. 399 Seiten mit 156 Abbildungen und 6 Kartenbeilagen in Kartenmappe. 45 Euro, ISBN 978-3-942227-63-6Z.
Pressemitteilung Regierungspräsidium Tübingen vom 03.07.2026