27.02.2026 | Der Gemeinderat hat in seiner Sitzung am 23. Februar den Sanierungsplänen und der Finanzierung für das Kornhaus zugestimmt.
Er folgt damit einer Empfehlung des Technischen
Ausschusses, der sich am 4. Februar einstimmig für die Sanierung ausgesprochen
hatte.
Nach der Sanierung soll die Stadtbücherei wieder
in das historische Gebäude im Herzen der Stadt einziehen. Derzeit ist sie
vorrübergehend im Heilig-Geist-Spital untergebracht. Auch wird es Räume für die
Nutzung von Vereinen und Gruppen aus Ravensburg geben. Im Erdgeschoss wird es
beispielsweise einen Raum für die Stadtgesellschaft geben. Im Jahr 2029 soll es
soweit sein.
Die Sanierung des Kornhauses ist einer der letzten
noch verbleibenden Bausteine einer umfassenden Sanierungsstrategie in der
historischen Altstadt von Ravensburg. Nach der gelungenen Sanierung von
Lederhaus, Rathaus und Bauhütte, soll nun auch das Kulturdenkmal Kornhaus
angegangen werden. Die begleitende Transformation hin zur Bibliothek 2030,
versetzt die Bücherei in eine multifunktionale Position im Sinne der
Stadtentwicklung: als Impulsgeber, Brückenbauer, Innenstadtanker, und vor allem
als Frequenzbringer. Denn die Stadtbücherei ist mit über 15.000 aktiven
Mitgliedern die meistbesuchte Dienststelle der Stadt Ravensburg.
Im Rahmen der Sanierung werden nicht nur städtebauliche Ziele verfolgt. Der Fokus der Sanierung liegt auf der Entwicklung der Bücherei zu einem Ort der Gesellschaft. Hier trifft die Funktion der Stadtbücherei als Medien- und Leihort zukünftig auf neue Begegnungs- und Bildungsmöglichkeiten. Gesellschaftlicher Zusammenhalt, kulturelle Teilhabe und die Bildungsfunktion der Stadtbücherei verbinden im Einklang einen Ort für alle. Im Herzen der Innenstadt wird so ein attraktives Umfeld für verschiedene Nutzungen etabliert und ein weiterer Mehrwert für die Stadtgesellschaft geschaffen.
Durch ursprünglich nicht vorgesehene Kosten für
eine Schadstoffbeseitigung im Holz, wurde das Projekt auf weitere Kosteneinsparmöglichkeiten
hin untersucht, damit die Gesamtkosten überschaubar bleiben. Durch Reduzierungen
im Standard kann der Kostenentwicklung entgegengesteuert werden. So wird es
Veränderungen an der bisherigen Planung geben. Damit verbunden sind
verschiedene Nachteile und Herausforderungen, die aber bewusst in Kauf genommen
werden. Beispielsweise wird man in den oberen Geschossen auf eine Fußbodenheizung
verzichten, die Sanierung der Fensterläden wird verschoben, die
Baustelleneinrichtung anders gestaltet, und ein innenliegendes
Fluchttreppenhaus wird im Bestand erhalten. Dennoch wird im Ergebnis ein
funktionierendes Konzept stehen.
Bürgermeister
Dirk Bastin: "Die Einsparungen, die wir machen können, bedeuten eine
Standardabsenkung. Wir verzichten damit aber nicht einfach auf einen hohen
Standard, den wir ohnehin nie geplant haben, sondern wir nehmen handfeste
Einschränkungen in Kauf. Damit wir das Projekt aber von den Kosten her auf ein
machbares Niveau bringen, ist dieser Schritt nötig."
Oberbürgermeister
Dr. Daniel Rapp betont, dass im Ergebnis, das Gebäude dennoch mit seiner
Nutzung als offenes Haus für die Gesellschaft funktionieren wird.
"Bücherei und Räume für die Stadtgesellschaft – das wird es künftig im
Kornhaus geben. In die Bücherei kommen so viele Nutzer, wie in keine andere
Einrichtung der Stadt Ravensburg. Damit bringt die Bücherei auch eine hohe Frequenz
in die Innenstadt. Und nun haben wir endlich die Möglichkeit, Vereinen und
Gruppen aus Ravensburg für ihre Zwecke kostenlose Räume zur Verfügung zu
stellen, zum Beispiel für eine Mitgliederversammlung, Vorstandssitzungen oder
Ähnliches. Das gesamte Vorhaben bringt unsere Stadtgesellschaft stärker
zusammen und fördert außerschulische Bildung und das Ehrenamt", so der
Oberbürgermeister.
Die Baumaßnahme sieht Gesamtkosten von ca. 19,92 Mio. Euro vor. Darin
enthalten ist eine Risikorücklage in Höhe von 1 Mio. Euro, die nur im Falle von
unvorhergesehenen Kostensteigerungen während der Bauarbeiten genutzt wird.
Der Bund fördert das Projekt mit einem Zuschuss
von 8,47 Mio. Euro über das Programm "Nationale Projekte des Städtebaus". Darüber hinaus stehen
weitere Förderungen von zusätzlich ca. 2,3 Mio. Euro von verschiedenen
Fördergebern in Aussicht. Der städtische Anteil für die Sanierung des
Kornhauses beläuft sich damit auf ca.
9,15 Mio. Euro. Im Gegensatz zur groben Kostenschätzung im Jahr 2022 in
Höhe von ca. 5,1 Mio. Euro, die zur Einreichung des Förderantrages beim Bund
notwendig war und nur auf Annahmen zustande kommen konnte, sind das rund 4 Mio.
Euro Unterschied. Dieser Anteil
fällt auf die Schadstoffsanierung, von der anfangs nicht bekannt war, dass sie
notwendig wird.
Das Projekt wird
nun Schritt für Schritt weiter in der Umsetzung vorangetrieben.