27.05.2025 | Der Holzmarkt vor der Musikschule wird ab Frühsommer neu gestaltet.
Acht Bäume mit
Rundbänken sowie Sitzmöglichkeiten vor der Gastronomie und der Bäckerei sollen
für einen attraktiven Platz sorgen, auf dem sich die Menschen gerne aufhalten. Gelegentliche
Konzerte, kleinere Events und Marktstände sollen zur Belebung des Platzes
beitragen. Wichtig bei allem ist das "Schwammstadt"-Prinzip als
bedeutender Beitrag zur Klimafolgenanpassung und zur Abschwächung der Gefahren
durch Starkregen.
In seiner
Sitzung am 26. Mai hat der Gemeinderat der Neugestaltung des Holzmarktes mit
Entwürfen des Landschaftsarchitekturbüros 365° freiraum + umwelt aus Überlingen
beschlossen. Die Gesamtkosten dafür belaufen sich auf 1,75 Millionen Euro.
Zentrales
Element des Entwurfs ist ein schattenspendender Baumhain, der aus acht Bäumen
verschiedener Arten besteht. Sie sollen nicht nur den Platz verschönern, sondern
auch die sommerliche Hitze durch Beschattung sowie Verdunstungskühlung
abmildern. Damit tragen sie zu einer höheren Lebensqualität und einem besseren
Stadtklima bei. Rundbänke um die Bäume bieten Sitzmöglichkeiten im Schatten.
Ein
hohlraumreiches Mineralgemisch im Untergrund des Holzmarktes bildet den "Schwamm":
einerseits dient er als Wasserspeicher für die Bäume, andererseits auch als
Wasserrückhalt bei Starkregen. Der Schwamm wird durch gefiltertes und
gereinigtes Regenwasser aus der Dachfläche der Musikschule gespeist. Der Schwamm
speichert das Wasser und gibt es den Bäumen über die Verdunstung wieder ab. Ein
Notüberlauf leitet überschüssiges Wasser geregelt ab. Ist der Schwamm leer,
können sogar Starkregenereignisse bis zum 50-jährigen Hochwasserereignis
gepuffert werden. Weil der Schwamm Wasser aufnimmt, werden die Wassermengen
nicht schlagartig in den Kanal eingeleitet. Das reduziert ein mögliches
Versagen des Kanalsystems und belastet damit die Kapazitäten der Kläranlage
nicht unnötig. Trocken- und Hitzephasen können mit dem Schwamm überdauert
werden und die Bäume müssen im Normalfall nicht gewässert werden.
Ein weiteres Element
des Gestaltungskonzepts auf dem Holzmarkt ist der sanierte Brunnentrog, der mit
einer Spielmöglichkeit für Kinder ergänzt wird. Der Brunnen wird mit
Trinkwasser gespeist, was angesichts der zunehmenden Hitze einen wichtigen
Beitrag zur Klimaanpassung leistet.
Nach
derzeitigem Stand sollen die Bauarbeiten im Frühsommer 2025 beginnen und je
nach Witterung etwa 18 Monate dauern. Standardmäßig werden im Bereich der
Altstadt bei solchen Bauarbeiten auch archäologische Grabungen vorgenommen. Sie
können den Zeitplan eventuell in die Länge ziehen, sollte etwas Interessantes
im Boden auftauchen.
Zunächst verlegen
die Technische Werke Schussental (TWS) Leitungen für Fernwärme, Breitband, Gas,
Wasser und Strom. Sobald die drauf folgenden archäologischen Arbeiten
abgeschlossen sind, kann mit dem Bau des Schwamms und der sichtbaren
Oberflächengestaltung des Platzes und der Straße begonnen werden. Im Umfeld des
Platzes werden zusätzlich neue Fahrradstellplätze erreichtet.
Zur Finanzierung
des Projekts tragen verschiedene Förderprogramme bei. So werden Zuschüsse aus
dem „Sanierungsprogramm Altstadt und Erweiterung“ in Höhe von etwa 130.000 Euro
sowie aus dem KfW-Förderprogramm „444 - Natürlicher Klimaschutz in Kommunen“ in
Höhe von rund 520.000 Euro erwartet. Der erste Bauabschnitt der Maßnahme wurde bereits
im Vorfeld mit 500.000 Euro genehmigt.
"Der
Gemeinderat hat mit dem Beschluss des Schwammstadt-Konzepts für den Holzmarkt
die Weichen für eine nachhaltige, klimaresiliente und attraktive
Stadtentwicklung gestellt", sagt Oberbürgermeister Dr. Daniel Rapp. Er
freut sich auch auf die neue Gestaltung des Platzes: "Das bringt mehr
Aufenthaltsqualität am nördlichen Marienplatz. Hier werden sich die Menschen
gerne aufhalten."