07.10.2022 | Die Stadt Ravensburg erhöht ihre Kapazitäten für die Unterbringung von Geflüchteten.
Die Stadt
Ravensburg erhöht ihre Kapazitäten für die Unterbringung von Geflüchteten.
Neben der Erweiterung einer Unterkunft in der Schmalegger Straße hat die Stadt
das bisherige Hotel "Goldene Uhr" erworben und nutzt es ab Januar als
Herberge bzw. Unterkunft für die Unterbringung Geflüchteter.
Etwa 1.800
Geflüchtete leben in Ravensburg. Darunter sind inzwischen etwa 800 Menschen aus
der Ukraine, Tendenz steigend. Die meisten der Geflüchteten aus anderen
Staaten, die in Ravensburg leben, befinden sich in festen Arbeits- und
Wohnverhältnissen. Teils wohnen sie bereits seit längerem in bestehenden
Unterkünften der Stadt, da sie auf dem freien Wohnungsmarkt noch keine eigene
Wohnung finden konnten.
Anders
hingegen ist die dynamische Lage im Zusammenhang Geflüchteter aus der Ukraine. Derzeit
gibt es einen großen Zustrom. Zunächst ist der Landkreis für die Unterbringung
zuständig. In der Regel nach sechs Monaten, wird allerdings die Stadt
verantwortlich und muss Wohnraum zur Verfügung stellen. Daher baut die Stadt
ihre Unterkunftsmöglichkeiten weiter aus.
Die Stadt hat das bisherige Hotel "Goldene Uhr" in Ravensburg erworben. Die Inhaber geben zum Ende des Jahres den Betrieb als Hotel auf und haben das Gebäude zum Kauf angeboten. Die Stadt hat das Gebäude inklusive der Ausstattung zu fairen Bedingungen gekauft. Bis Dezember wird das Hotel von den Inhabern noch betrieben. Ab Januar wird die Stadt dort Geflüchtete aus der Ukraine unterbringen. Vorteilhaft ist, dass baulich kaum etwas verändert werden muss. Die Zimmer inkl. Einrichtung können unverändert genutzt werden. Ca. 80 bis 90 Personen können dort untergebracht werden. Das Gebäude ist barrierearm, nahezu barrierefrei. Die Stadt plant dort daher vor allem ältere und chronisch kranke Ukrainerinnen und Ukrainer einzuquartieren. Die Hausleitung übernimmt Personal des Amtes für Bildung, Soziales und Sport der Stadt Ravensburg. Ansonsten sollen sich die Geflüchteten mit Unterstützung einer ukrainischen Hotelfachkraft weitestgehend selbst organisieren. Die Räumlichkeiten bieten zusätzlich die Möglichkeit für Begegnungen mit der Nachbarschaft sowie für Angebote der Sprachförderung und anderer Bildungsangebote. Sollte sich die Unterbringungssituation entspannen, überlegt die Stadt das Gebäude in den Eigenbetrieb Städtisches Wohnen zu übernehmen und für Nachfolgenutzungen zur Verfügung zu stellen. Dort könnte Wohnen beispielsweise für Studenten, andere soziale Zwecke oder Senioren angedacht werden. Aber auch ein Verkauf wäre denkbar. Damit stellt sich die Investition der Stadt in ein bestehendes Gebäude deutlich wirtschaftlicher und nachhaltiger dar, als der Erwerb von Unterkunftsanlagen, die keinen anderen Nutzungszweck ermöglichen. Damit will die Stadt bei diesem Projekt nochmals neue Wege gehen und neue Chancen nutzen.
Des Weiteren
wird die bereits bestehende Unterkunft in der Schmalegger Straße um 24 weitere
Plätze baulich erweitert. Für diese Erweiterung nutzt die Stadt die
Container-Raummodule, die bislang an den städtischen Gymnasien genutzt wurden.
Sie waren wegen der Generalsanierung als Raumersatz nötig und werden nun nicht
mehr gebraucht. Sie werden nun in die Schmalegger Straße verlegt und zu
Wohnzwecken umgebaut.
Die Schussentalhalle in Oberzell hat die Stadt dem Landkreis als Notunterkunft zur Verfügung gestellt. Im Oktober, aber maximal sechs Wochen, bringt dort der Landkreis Geflüchtete aus der Ukraine unter. Danach steht sie wieder der Öffentlichkeit zur Verfügung.
Die
Burachhalle in Ravensburg ist keine städtische Halle. Dort hat der Eigentümer,
der Landkreis, bereits ca. 300 Personen aufgenommen.
Neben diesen Angeboten hat die Stadt eine bereits in den
Jahren 2016 und später genutzte Gewerbeimmobilie der Ravensburger AG in der
Südstadt wieder zur Verfügung gestellt bekommen. Das Landratsamt hat diese
Unterkunft zwischenzeitlich mit knapp 70 Personen aus der Ukraine belegt und
die Stadt mit der Durchführung und Betreuung beauftragt. Diese Unterkunft wird
im Februar dann von der Stadt übernommen. Die dort dann sechs Monate lebenden
Menschen können für die Anschlussunterbringung in Zuständigkeit der Stadt in
dieser Unterkunft bleiben, solange hierfür Bedarf besteht.
Mit den
geplanten Erweiterungen der Platzkapazitäten, wird nach aktuellem Stand, eine
Belegung von städtischen Sportstätten in Ravensburg nicht notwendig.