Das Projekt „Stolpersteine“ des Künstlers Gunter Demnig erinnert an die jüdischen Opfer der NS-Zeit: an deren letzte, selbst gewählte Wohnorte. Die Gedenkzeichen erinnern in ihrer Größe und Form an Kopfsteinpflaster; sie regen dazu an, sich niederzubeugen und zu lesen, was auf ihnen eingraviert ist.
Anfang der 1930er Jahre lebten in Ravensburg einige jüdische Familien. Mit der nationalsozialistischen Machtergreifung wurden diese diskriminiert und zur Auswanderung gezwungen. Wer nicht floh, wurde in den Konzentrationslagern ermordet. Im September 2006 verlegte der Künstler Gunter Demnig die ersten 13 Stolpersteine in Ravensburg: für die Familien Erlanger am Sonnenbüchel 45, Harburger in der Kirchstraße 11, Landauer am Marienplatz 31 und Rose am Gespinstmarkt 27 sowie für Elsa Finsterhölzl am Marienplatz 17. Das Projekt wurde angestoßen durch Schüler des Welfengymnasiums.
Mit den Steinen vor den Häusern wird die Erinnerung an die Menschen lebendig, die einst hier wohnten. Stolpersteine liegen bereits in über 300 Orten Deutschlands, ebenso in Österreich, Ungarn und in den Niederlanden.
Weitere Informationen: www.stolpersteine.com