Erinnerungskultur

Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus

Seit 1996 begehen das Zentrum für Psychiatrie (ZfP) Südwürttemberg und die Stadt Ravensburg den 27. Januar als Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus. Im Wechsel gestalten Stadt und ZfP die Feier. Als fester Bestandteil des Gedenktages wird zu 691 Glockenschlägen am Denkmal der grauen Busse in der alten Pforte des ZfP ein Kranz niedergelegt.


Der Gedenktag orientiert sich am 27. Januar 1945, dem Tag, an dem das Konzentrationslager Auschwitz befreit wurde.

Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus
 

Denkmal der grauen Busse

In den Jahren 1940 und 1941 wurden 691 Patienten der Heilanstalt Weißenau nach Grafeneck auf der Schwäbischen Alb transportiert und dort ermordet. Um an die Opfer dieser „Euthanasie-Aktion“ zu erinnern, haben die Stadt Ravensburg und das ZfP Südwürttemberg 2006 ein Erinnerungszeichen realisiert. Das „Denkmal der grauen Busse“, ein stilisierter Betonbus, der nun die alte Pforte verschließt. Ein weiterer „grauer Bus“ erinnert an immer wieder anderen Orten, wie z. B. in Berlin oder Potsdam, an das Geschehene. Geschaffen wurde das Denkmal von den beiden Künstlern Horst Hoheisel und Andreas Knitz.

www.dasdenkmaldergrauenbusse.de

Denkmal der grauen Busse
 

Stolpersteine

Das Projekt „Stolpersteine“ des Künstlers Gunter Demnig erinnert an die jüdischen Opfer der NS-Zeit. Die Gedenkzeichen erinnern in ihrer Größe und Form an Kopfsteinpflaster; sie regen dazu an, sich niederzubeugen und zu lesen, was auf ihnen eingraviert ist. Anfang der 1930-er Jahre lebten in Ravensburg einige jüdische Familien. Mit der nationalsozialistischen Machtergreifung wurden diese diskriminiert und zur Auswanderung gezwungen. Wer nicht floh, wurde in den Konzentrationslagern ermordet. Im September 2006 verlegte der Künstler Gunter Demnig die ersten 13 Stolpersteine in Ravensburg.

Stolpersteine
 

Mit den Steinen vor den Häusern wird die Erinnerung an die Menschen lebendig, die einst hier wohnten. Stolpersteine liegen bereits in mehr als 300 Orten Deutschlands, ebenso in Österreich, Ungarn und in den Niederlanden. 
www.stolpersteine.com

Pinchas Erlanger

Pinchas Erlanger setzte sich für die israelisch-deutsche Freundschaft ein – dafür erhielt er 2006 die Ehrenmedaille der Stadt Ravensburg.


1939 war die Bedrängung durch das nationalsozialistische Regime so groß geworden, dass die Familie Erlanger nach Palästina emigrierte. Durch das Engagement von Erlanger entstand ab den 1970er-Jahren ein Schüleraustausch zwischen Ravensburg, Weingarten und Naharija. Mehrfach reiste Pinchas Erlanger nach Ravensburg. 2004 pflanzte er vor dem Spohngymnasium, das er in seiner Jugend zwangsweise verlassen musste, eine Akazie als Zeichen der Versöhnung.

Pinchas Erlanger
 

An die Eltern von Pinchas Erlanger erinnern in Ravensburg die „Ludwig-Erlanger-Anlage“ und die „Fanni-und-Dr.-Ludwig-Erlanger-Halle“, die Turnhalle des Bildungszentrums St. Konrad. Die Grünanlage und das Bildungszentrum stehen auf dem Grundstück des Burachhofs der Familie Erlanger. Seit dem 13. September 2006 erinnern vier „Stolpersteine“ des Kölner Künstlers Gunter Demnig auf dem Gelände des Burachhofs an das Schicksal der vertriebenen Familie.

Bücher zum Thema

Diese beiden Bücher erhalten Sie im Kulturamt der Stadt Ravensburg:


  • Erinnern und Gedenken - Das Mahnmal Weißenau und die Erinnerungskultur in Ravensburg

  • Das Denkmal der Grauen Busse
Bücher zum Thema
 

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