Gedenkorte - Täter der NS-Gewaltherrschaft

Hindenburgplatz und Seestraße 32 in Ravensburg

Gedenkort Hindenburgplatz

Paul von Hindenburg (1847-1934), deutscher Militär und Politiker


Gedenkort Hindenburgplatz
Gedenkort Hindenburgplatz, Kreuzung Hindenburgstraße/Lortzingstraße


Zu Beginn des Ersten Weltkriegs im August 1914 wurde bei Tannenberg (Ostpreußen) unter seinem Kommando und dem seines Stabschefs Ludendorff die 2. Russische Armee geschlagen. Die daraufhin vom Kaiserreich initiierte propagandistische Erhöhung des Schlachtenerfolgs schuf einen Hindenburg-Mythos, der die Kriegsniederlage überlebte und von generationenübergreifender Dauer war. 1916 wurde Hindenburg zusammen mit Ludendorff zum Chef der Obersten Heeresleitung (OHL) ernannt und damit zum höchsten verantwortlichen deutschen Offizier des Ersten Weltkriegs. Nach der militärischen Kapitulation 1918 initiierten führende Vertreter der OHL mit der Dolchstoßlegende eine Verschwörungstheorie, die die Weimarer Republik schädigte, die Militaristen stärkte und sich zu einer Brücke zwischen den konservativ-bürgerlichen Teilen der Bevölkerung und den Nationalsozialisten entwickelte.

1925 wurde Hindenburg in direkter Wahl zum Reichspräsidenten der Weimarer Republik gewählt. Mit der Entlassung des Reichskanzlers Brüning 1932 durch Hindenburg begann eine autoritäre, offen antiparlamentarische Phase. Am 30. Januar 1933 ernannte Hindenburg Adolf Hitler zum Reichskanzler, am 1. Februar löste er den Reichstag auf, erließ die beiden Verordnungen "zum Schutze des deutschen Volkes" und "zum Schutze von Volk und Staat" und stimmte im März 1933 dem Ermächtigungsgesetz zu. Damit war er einer der Wegbereiter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft. Im August 1934 starb Hindenburg und wurde im Denkmal der Schlacht von Tannenberg beigesetzt. Hindenburg war Militarist und eine Unglücksgestalt der deutschen Geschichte.

1916 wurde von der Stadt Ravensburg zu Ehren Hindenburgs ein von der Familie Spohn gestifteter Gedenkstein errichtet. 1928 erhielt der Feldweg Nr. 166, die heutige Lortzingstraße, auf Beschluss des Gemeinderats den Namen Hindenburgstraße. 1934 wurde die bedeutendere Weißenauerstraße in Hindenburgstraße umbenannt.


Gedenkort Seestraße 32: Sitz der Kreisleitung der NSDAP

Gedenktafel Seestraße 32

"1895 durch die Industriellen-Familien Keppeler-Pomer errichtet. 1933 von der Stadt Ravensburg erworben. Seit 1937 Sitz der Kreisleitung der NSDAP. 1938 Ausbau zum "Hauptquartier" der NSDAP in Ravensburg mit Sitz der örtlichen Hitlerjugend (HJ) und des Bundes Deutscher Mädel (BDM) im rückwärtigen Neubau Seestraße 32/1. Für die Opfer des Nationalsozialismus ist das Gebäude Symbol der Schreckensherrschaft der NSDAP in Ravensburg. In der Nachkriegszeit zunächst Vermietung an Privatpersonen, später bis 2015 Sitz des Baudezernats der Stadt."


Gedenkort Seestraße 32 Ravensburg
Gebäude Seestraße 32: Symbol der Schreckensherrschaft der NSDAP

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