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Tagespflege für Kleinkinder: Stadt und Kreis fördern Familien

Eltern müssen für die Tagespflege keine höheren Kosten als für eine Kindertageseinrichtung bezahlen. Das haben die Stadt Ravensburg und das Kreisjugendamt vereinbart. Die Regelung gilt rückwirkend ab dem 1. Januar 2010.

Kinder bis drei Jahre werden auf Grund der Berufstätigkeit ihrer Eltern zunehmend außerhalb ihrer Familie betreut. In Ravensburg werden dazu die Eltern von Kleinkindern regelmäßig über den Betreuungsbedarf befragt, aktuell liegt er bei über 35 Prozent. "Wir können derzeit für etwa 30 Prozent der Kinder unter drei Jahren einen Betreuungsplatz anbieten. 2010 wollen wir nah an die vom Gesetzgeber vorgegebenen 35 Prozent kommen. Ravensburg hat also bereits ein sehr gutes Betreuungsangebot. Und mit Hilfe der Tagespflege soll der Prozentsatz nochmals erhöht werden", sagt Stefan Goller-Martin, Leiter des Amtes für Soziales und Familie der Stadt Ravensburg.

Die Betreuungsangebote werden überwiegend durch Spielgruppen, Kinderkrippen und altersgemischte Kindergartengruppen zur Verfügung gestellt. Ergänzt werden diese Krippenplätze durch die familiennahe Form der Betreuung in Tagespflege. Problem dabei: Die Tagespflege ist meist teurer als andere Betreuungsformen. Im Landkreis Ravensburg gab es deutliche Kostenunterschiede bei der Höhe der Elternbeiträge. So kostete die Tagespflege im Landkreis Ravensburg trotz Unterstützung durch Land und Kreis die Eltern bis zu 495 Euro im Monat. Ein Platz in einer Kinderkrippe kostet in der Stadt Ravensburg derzeit dagegen maximal 315 Euro.

Tagespflege-Kosten werden ausgeglichen
Seit Anfang 2010 hat die Stadt dies geändert: Für Ravensburger Familien, die eine Tagespflege in Anspruch nehmen, soll der mögliche Differenzbetrag zu den Kosten einer Kinderkrippe ausgeglichen werden. Für diesen Ausgleich hat der Sozialausschuss zusätzliche Haushaltsmittel in Höhe von 50.000 Euro zur Verfügung gestellt. Bei der Stadt rechnet man trotz dieser Mehrausgaben mit einem deutlichen Vorteil für alle Beteiligten. So wollen viele Familien ihre Kleinkinder in einem überschaubaren familiären Rahmen betreut wissen. Das wird zukünftig nicht mehr an den höheren Kosten scheitern. Für die Eltern und die Stadt liegt der Vorteil in der Flexibilität der Tagespflegestellen, die auch am Einzelfall orientierte Betreuungszeiten anbieten können. Außerdem braucht die Stadt bei der Tagespflege keine eigenen Gebäude und Personal stellen. Und auch die Tagesmütter profitieren durch die einheitlichen Betreuungskosten für die Eltern. Es wird mit einer höheren Nachfrage nach Tagespflegeplätzen gerechnet.

"Für die Eltern soll ein einfaches Verfahren Anwendung finden und keine mehrfache Antragsstellung erforderlich werden", sagt Stefan Goller-Martin. "Die Abrechnung der Elternbeiträge erfolgt ausschließlich über das Jugendamt des Landkreises Ravensburg. Laut Gesetz muss das Jugendamt im jedem Tagesbetreuungsverhältnis die Kosten zunächst vorfinanzieren. Es stellt dann den Eltern den einkommensabhängigen Elternbeitrag in Rechnung. Sollte dieser über den Gebühren für eine vergleichbare Kindertageseinrichtung liegen, rechnet es die darüber liegenden Kostenanteile direkt mit der Stadt Ravensburg ab. Die Eltern müssen damit nicht einmal einen zusätzlichen Antrag stellen".

Entwickelt wurde dieses familienfreundliche Verfahren von Vertretern verschiedener Kommunen aus dem Landkreis Ravensburg gemeinsam mit dem Kreisjugendamt. Es soll auch in anderen Städten und Gemeinden des Landkreises umgesetzt werden. Die Vermittlung der Tagespflegestellen erfolgt im Gebiet der Stadt Ravensburg durch die Caritas Bodensee-Oberschwaben.

INFO:
Informationen zur Kinderbetreuung und zur Tagespflege in Ravensburg erhält man bei der Stadtverwaltung, Amt für Soziales und Familie, Rainer Buchwald, Telefpm 0751-82322.

Ravensburg, 1.4.2010

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